Chullin — Blatt 112a

1der durch seine Schärfe einsaugt, von Gurken aber kratze man die Schnittfläche ab und esse sie.

2Die Wurzeln von Rüben sind erlaubt, von Mangold sind verboten; sind aber solche von Rüben beigemischt, so sind sie erlaubt.

3R. Dimi fragte R. Naḥman: Darf man einen Krug mit Salz neben einen Krug mit Quarkbrei steilen? Dieser erwiderte: Es ist verboten. – Einen mit Essig? Dieser erwiderte: Es ist erlaubt. –

4Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Wenn du ein Kor Salz gemessen haben wirst. – Was ist der Grund? – In dem einen bleibt das Verbotene erhalten, im anderen nicht.

5Einst fiel eine junge Taube in einen Krug mit Quarkbrei, und R. Ḥenana, der Sohn des Raba aus Paršunja, erlaubte ihn. Da sprach Raba: Wer außer R. Ḥenana, dem Sohne des Raba aus Paršunja, ist so weise, solches zu erlauben. Er ist der Ansicht, die Lehre Šemuéls, Gesalzenes gleiche Heißem, gelte nur in dem Falle, wenn es nicht mit dem Salze gegessen wird; der Quarkbrei aber wird mit dem Salze gegessen.

6Auch gilt dies nur von Rohem, Gebratenes aber benötigt des Abschälens. Hat es Spältchen, so ist es vollständig verboten; ist es gewürzt, so ist es vollständig verboten.

7R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Hat man auf einem Laib [Brot gebratenes] Fleisch geschnitten, so darf man ihn nicht essen. Dies nur dann, wenn es rot ist, und nur dann, wenn [das Blut] eingedrungen ist, und endlich nur dann, wenn [der Saft] dick ist; ist er aber dünn, so ist nichts dabei.

8Šemuél warf solches seinem Hunde vor; R. Hona gab es seinem Diener. – Wie du es nimmst: ist es erlaubt, so ist es ja für alle Welt erlaubt, und ist es verboten, so ist es ja für alle Welt verboten!? – Anders war es bei R. Hona, da er sehr empfindlich war. Raba aß ihn und nannte ihn Fleischwein.

9R. Naḥman sagte [ferner] im Namen Šemuéls: Man darf ein Gefäß unter das Fleisch erst dann setzen, wenn darin die Röte vollständig geschwunden ist. – Woher weiß man dies? Mar Zutra erwiderte im Namen R. Papas: Wenn der Dampf aufsteigt.

10R. Aši wandte ein: Vielleicht ist nur die untere [Seite] gar, die obere aber nicht!? Vielmehr, sagte R. Aši, gibt es kein anderes Mittel, als zwei Körnchen Salz hineinzutun

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.