Chullin — Blatt 115a
1die am Šabbath zubereitete [Speise] verbotensein, denn diesist ja verpönt worden!? –
2Die Schrift sagt:denn er ist heilig, er selbst ist heilig, nicht aber seine Erzeugnisse. –
3Demnach sollte [der Ertrag] beim Pflügen mit einem Rinde und einem Eseloder beim Dreschen mit einer maulgeschlossenenKuh verboten sein, denn dies ist ja verpönt worden!? –
4Wenn die Erzeugnisse des Šabbaths, der strengist, erlaubt sind, um wieviel mehr diese. –
5Demnach sollte die Saatenmischung verbotensein, denn dies ist ja verpönt worden!? – Da der Allbarmherzige von der Mischfrucht eines Weinberges bekundet hat:damit es nicht heilig werde, damit es nicht im Feuer verbranntwerde, so ist demnach die Saatenmischung erlaubt. –
6Vielleicht ist die Mischfrucht eines Weinberges verboten sowohl zum Essen als auch zur Nutznießung, während die Saatenmischung verboten ist nur zum Essen, zur Nutznießung aber erlaubt!? – Es wird mit der Kreuzung von Tieren verglichen, wie es heißt:dein Vieh sollst du nicht gemischt begatten lassen, dein Feld sollst du nicht gemischt säen; wie beim Vieh das, was daraushervorkommt, erlaubt ist, ebenso ist beim Felde das, was daraushervorkommt, erlaubt. –
7Woher dies von der Kreuzung beim Vieh? – Da der Allbarmherzige Mischlinge für Gottverboten hat, so sind sie wohl für Gemeine erlaubt. –
8Vieh und Jungessollten ja verboten sein!? – Da der Allbarmherzige das der Zeit Ermangelndefür Gott verboten hat, so ist es wohl für Gemeine erlaubt. –
9Der fliegenzulassende Vogelsollte ja verboten sein!? – Die Tora hat das Fliegenlassen nicht zum Anstoßeangeordnet.
10Reš Laqiš sagte: Woher, daß Fleisch mit Milch [zu essen] verboten ist? Es heißt:ihr sollt davon nicht halbroh und als Gekochtes gekocht essen; [das Wort] gekocht ist ja überflüssig, und wenn es trotzdem steht, so besagt dies, daß es noch anderes Gekochtes gibt, das diesemgleicht, nämlich Fleisch mit Milch.
11R. Joḥanan sprach zu ihm:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.