Chullin — Blatt 121a
1und dann durch [das Wort] Frucht hinsichtlich des Ungeweihten von den Erstlingen.
2ABFALL. Was ist Abfall? R. Joḥanan erwiderte: Abgestorbenes. Reš Laqiš erwiderte: Fleisch, über das das Messer hinweggeglitten ist.
3Man wandte ein: Denn ihr deutet Lügen, und seid alle Ärzte des Unnützen. Einleuchtend ist die Erklärung Abgestorbenes, denn solches ist nicht heilbar, aber gegen die Erklärung, Fleisch, über das das Messer hinweggeglitten ist, [ist ja zu erwidern:] solches ist ja heilbar!? –
4Über [das Wort] Alal der Schrift streitet niemand, sie streiten nur über das Alal unserer Mišna. –
5Komm und höre: R. Jehuda sagt, wegen des zusammengelesenen Abfalls sei man, wenn eine Olive an einer Stelle vorhanden ist, schuldig, und hierzu sagte R. Hona, nur wenn man es zusammengelesen hat.
6Einleuchtend ist es nach der Erklärung, Fleisch, über das das Messer hinweggeglitten ist, daß man schuldig ist, wenn eine Olive vorhanden ist, was aber ist dabei, nach der Erklärung Abgestorbenes, daß eine Olive vorhanden ist, es ist ja nichts weiter als Holz!? –
7Nach R. Jehuda streiten sie nicht, sie streiten nur nach den Rabbanan. R. Joḥanan sagt, auch das Abgestorbene werde vereinigt, und Reš Laqiš sagt, nur das Fleisch, über das das Messer hinweggeglitten ist, werde vereinigt, das Abgestorbene aber werde nicht vereinigt. –
8Von welchem Fleische, über das das Messer hinweggeglitten ist, wird hier gesprochen: hat man damit gerechnet, so sollte es auch gesondert verunreinigungsfähig sein, und hat man damit nicht gerechnet, so hat man es ja aufgegeben!? –
9R. Abin und R. Mejaša [erklärten es]; einer erklärte, wenn man mit einem Teile gerechnet hat,
10und einer erklärte, wenn es teilweise durch ein Tier und teilweise durch das Messer abgetrennt worden ist.
11Dort haben wir gelernt: Der Schnabel und die Krallen werden unrein. machen unrein und werden vereinigt. Der Schnabel ist ja nichts weiter als Holz!?
12R. Elea͑zar erwiderte: Der untere Schnabel. – Auch der untere ist ja nichts weiter als Holz!? R. Papa erwiderte: Der untere Teil des oberen.
13Die Krallen. R. Elea͑zar erklärte: Die Stelle, die im Fleische sitzt.
14Die Hörner. R. Papa erklärte: Die Stelle, aus der, wenn man da schneidet, Blut hervorkommt.
15DESGLEICHEN IST EIN VIEH &C. GESCHLACHTET.
16R. Asi sagte: Sie lehrten, wenn ein Jisraélit ein unreines oder ein Nichtjude ein reines Vieh schlachtet, sei die Absicht und die Befähigung durch Wasser von anderer Stelle erforderlich. –
17Wozu ist die Befähigung erforderlich, es wird ja später schwer unrein, und was später schwer unrein wird, benötigt ja nicht der Befähigung!?
18In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt: Wenn Wasser auf Saat kommt; wie die Saat, die später nicht schwer unrein wird, der Befähigung benötigt, ebenso benötigt alles andere, was später nicht schwer unrein wird, der Befähigung.
19Ferner wird gelehrt: R. Jose sagte: Weshalb sagten sie, das Aas eines reinen Vogels benötige der Absicht und nicht der Befähigung?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.