Chullin — Blatt 122a
1Nach wessen Ansicht:
2wenn nach R. Jišma͑él, so sagt er ja, es verliere sich durch die Haut nicht, und wenn nach R. A͑qiba, so ist es ja selbstverständlich, denn er sagt ja, es verliere sich durch die Haut!? –
3Tatsächlich nach R. Jišma͑él, denn nur in dem Falle, wenn ein Tier es abgetrennt hat, sagt R. Jišma͑él, es verliere sich nicht durch die Haut, wenn aber das Messer, verliert es sich wohl. –
4Komm und höre: R. Jehuda sagt, wegen des zusammengelesenen Abfalls sei man, wenn eine Olive an einer Stelle ist, schuldig, und hierzu sagte R. Hona, nur wenn man es zusammengelesen hat.
5Allerdings lehrte es R. Hona, wenn du sagst, nach R. Jišma͑él verliere es sich nicht, auch wenn das Messer es abgetrennt hat,
6nach R. Jišma͑él, nach wem aber lehrte es R. Hona, wenn du sagst, nach R. Jišma͑él verliere es sich, wenn das Messer es abgetrennt hat!? –
7Tatsächlich verliert es sich nach R. Jišma͑él nicht, auch wenn das Messer es abgetrennt hat, und R. Hona lehrte es nach R. A͑qiba. –
8Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, R. A͑qiba sei dieser Ansicht nur in dem Falle, wenn das Messer es abgetrennt hat, wenn aber ein Tier es abgetrennt hat, verliere es sich nicht,
9so lehrt er uns, der Grund R. A͑qibas sei, weil es sich durch die Haut verliere, einerlei ob ein Tier oder das Messer es abgetrennt hat. So lehrt auch der Schlußsatz: nach R. A͑qiba sind sie an der Haut deshalb rein, weil sie sich durch die Haut verlieren.
10BEI FOLGENDEM GLEICHT DIE HAUT DEM FLEISCHE: DIE HAUT DES MENSCHEN, DIE HAUT DES HAUSSCHWEINES, R. JEHUDA SAGT, AUCH DIE HAUT DES WILDSCHWEINES,
11DIE HÖCKERHAUT DES JUNGEN KAMELS, DIE KOPFHAUT DES JUNGEN KALBES, DIE HAUT AN DEN KLAUEN, DIE HAUT AN DER SCHAM, DIE HAUT DES EMBRYOS, DIE HAUT UNTER DEM FETTSCHWANZE; FERNER DIE HAUT DES IGELS, DES CHAMÄLEONS, DER EIDECHSE UND DER SCHNECKE. R. JEHUDA SAGT, DIE EIDECHSE GLEICHE DEM WIESEL.
12DIESE ALLE SIND, WENN MAN SIE GERBT ODER ZUR GERBUNG GENÜGEND DARAUF GETRETEN HAT, REIN, AUSGENOMMEN DIE HAUT DES MENSCHEN. R. JOḤANAN B. NURI SAGT, DIE ACHT KRIECHTIERE HABEN EINE RICHTIGE HAUT.
13GEMARA. U͑la sagte: Nach der Tora ist die Haut eines Menschen rein, nur deshalb sagten sie, sie sei unrein, weil zu berücksichtigen ist, es könnte jemand die Haut seines Vaters und seiner Mutter als Decken verwenden.
14Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: Diese alle sind, wenn man sie gegerbt oder zur Gerbung genügend darauf getreten hat, rein, ausgenommen die Haut des Menschen. U͑la sagte: Nach der Tora ist die gegerbte Haut eines Menschen rein, und nur deshalb sagten sie, sie sei unrein, weil zu berücksichtigen ist, es könnte jemand die Haut seines Vaters und seiner Mutter als Decken verwenden.
15Nach dem, der es auf den Anfangsatz bezieht, gilt es um so mehr vom Schlußsätze, und nach dem, der es auf den Schlußsatz bezieht, ist im Anfangsatze die Unreinheit nach der Tora.
16DIE HAUT DES &C. SCHWEINES. Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, die [Haut] des anderen sei hart und die des ersteren weich, und einer ist der Ansicht, auch die des anderen sei weich.
17DIE HÖCKERHAUT EINES [JUNGEN] KAMELS. Wie lange heißt das Kamel jung? U͑la erwiderte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Solange es keine Last getragen hat.
18R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn es das Alter zum Lasttragen erlangt, aber keine getragen hat? Abajje fragte: Wie ist es, wenn es das Alter zum Lasttragen nicht erlangt, aber solche getragen hat? – Dies bleibt unentschieden.
19Reš Laqiš saß und fragte: Wie lange heißt das Kamel jung? R. Jišma͑él b. Abba erwiderte: R. Jehošua͑ b. Levi sagte wie folgt: solange es keine Last getragen hat. Da rief jener: Setz dich mir gegenüber.
20R. Zera saß und fragte: Wie lange heißt das Kamel jung? Rabin b. Henana erwiderte: U͑la sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi wie folgt: solange es keine Last getragen hat. Hierauf wiederholte er es. Da sprach jener: Es ist das einzige, was du weißt, und du hast es bereits gesagt.
21Komm und sieh den Unterschied zwischen den Mächtigen des Jisraéllandes und den Frommen Babyloniens.
22DIE KOPFHAUT &C. Wie lange heißt das Kalb jung? U͑la sagte, ein Jahr; R. Joḥanan sagte, solange es saugt. Sie fragten: Wie ist dies zu verstehen: U͑la sagte, ein Jahr, wenn es saugt,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.