Chullin — Blatt 122b
1und hierzu sagte R. Joḥanan: solange es saugt,
2oder aber: U͑la sagte, ein Jahr, ob es saugt oder nicht saugt, und hierzu sagte R. Joḥanan: ein Jahr, nur solange es saugt? –
3Komm und höre: R. Joḥanan sagte, solange es saugt; wenn dem so wäre, so müßte es ja heißen: nur wenn es saugt. Schließe hieraus.
4Reš Laqiš fragte R. Joḥanan: Ist die Kopfhaut eines jungen Kalbes verunreinigungsfähig? Dieser erwiderte: Es ist nicht verunreinigungsfähig.
5Jener sprach: Du hast uns ja gelehrt, Meister, bei folgenden gleiche die Haut dem Fleische: die Kopfhaut eines jungen Kalbes!? Dieser erwiderte: Reize mich nicht; ich lehrte es als Ansicht eines einzelnen.
6Es wird nämlich gelehrt: Hat man ein Brandopfer geschlachtet in der Absicht, eine Olive von der Haut unter dem Fettschwanze außerhalb des Raumes aufzuräuchern, so ist es untauglich, und es ist nicht mit der Ausrottung belegt; wenn außerhalb der Frist, so ist es verwerflich, und man macht sich der Ausrottung schuldig.
7Elea͑zar b. Jehuda aus Iblim sagte im Namen R. Ja͑qobs, und ebenso sagte R. Šimo͑n b. Jehuda aus Kephar I͑kus im Namen R. Šimo͑ns, dies gelte auch von der Haut an den Klauen, der Kopfhaut eines jungen Kalbes, der Haut unter dem Fettschwanze und jeder anderen Haut, von der die Weisen hinsichtlich der Unreinheit gesagt haben, sie gleiche dem Fleische, dies schließt die Haut an der Scham ein;
8außerhalb des Raumes ist es untauglich und es ist nicht mit der Ausrottung belegt, außerhalb der Frist ist es verwerflich, und man macht sich der Ausrottung schuldig.
9DIE HAUT AN DEN KLAUEN. Was ist unter Klauen zu verstehen? Rabh erklärte, wörtlich, die Klauen; R. Ḥanina erklärte, das Schienbein, das mit dem Kopfe verkauft wird.
10DIE HAUT DES IGELS. Die Rabbanan lehrten: Die unrein sind, dies schließt die Haut ein, daß sie dem Fleische gleiche.
11Man könnte glauben, bei allen, so heißt es diese. –
12[Das Wort] diese bezieht sich ja auf alle!? Rabh erwiderte: [Das Wort] nach seiner Art trennt den Zusammenhang. –
13Sollte er auch den Maulwurf mitzählen!? R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Rabh ist selber Tanna, und er zählt auch den Maulwurf mit. –
14Unser Autor zählt ja den Maulwurf nicht mit!?
15R. Šešeth, Sohn des R. Idi, erwiderte: Unser Autor ist der Ansicht R. Jehudas, der sich nach dem Anfühlen richtet,
16und über das Anfühlen bei der Eidechse streiten sie.
17DIESE ALLE SIND, WENN MAN SIE GEGERBT &C. Nur wenn man gegerbt hat, nicht aber, wenn man nicht gegerbt hat, und dem widersprechend lehrte ja R. Ḥija, ein Eselsohr, mit dem man einen Korb geflickt hat, sei rein!? –
18Geflickt, auch wenn nicht gegerbt; nicht geflickt, nur wenn gegerbt, sonst aber nicht. –
19Was heißt zur Gerbung genügend? R. Hona erwiderte im Namen R. Jannajs: Vier Mil.
20R. Abahu sagte im Namen des Reš Laqiš: Zum Kneten,
21zum Gebete und zum Händewaschen [gehe man] vier Mil.
22R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.