Chullin — Blatt 123a
1Dies sagte Ajbu; er sagte es von vier Dingen, und eines von ihnen ist die Gerbung.
2R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Dies nur vorwärts, zurück aber braucht man nicht einmal ein Mil umzukehren. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Hieraus, daß man nur ein Mil nicht umzukehren braucht, weniger als ein Mil muß man umkehren.
3Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Soldatentrupp von Ort zu Ort vorüberzieht und in ein Haus hineingeht, so ist das Haus unrein, denn du hast keinen Soldatentrupp, der nicht mehrere Skalpe bei sich führt, Dies soll dich nicht wundern; der Skalp R. Jišma͑éls wird sogar auf das Haupt der Könige gesetzt.
4WENN MAN VON EINEM VIEH ODER EINEM WILDE, OB REIN ODER UNREIN, OB KLEIN ODER GROSS,
5DIE HAUT ZU EINER DECKE ABZIEHT, SO ERFOLGT ES BIS ZU EINER HANDHABE,
6UND WENN ZU EINEM SCHLAUCHE, BIS DIE BRUST ABGEZOGEN IST;
7BEGINNT MAN MIT DEN HINTERFÜSSEN, SO IST DIE GANZE EINE VERBINDUNG FÜR DIE UNREINHEIT, ZUM UNREINWERDEN UND ZUM UNREINMACHEN. DIE HAUT AM HALSE IST, WIE R. JOḤANAN B. NURI SAGT, KEINE VERBINDUNG, UND WIE DIE WEISEN SAGEN, SOLANGE EINE VERBINDUNG BIS SIE VOLLSTÄNDIG ABGEZOGEN IST.
8GEMARA. Wie ist es von da ab?
9Rabh erwiderte: Was abgezogen ist, ist rein. R. Asi erwiderte: Eine Handbreite nahe dem Fleische ist unrein.
10Man wandte ein: Hat man soviel abgezogen, so ist, wer von da ab das, was abgezogen ist, berührt, rein. Doch wohl auch die Handbreite nahe dem Fleische!? – Nein, außer der Handbreite nahe dem Fleische. –
11Komm und höre: Wenn aber die Haut gegenüber dem Fleische, so ist er unrein. Nur wenn die Haut gegenüber dem Fleische, ist er unrein, wenn aber die Handbreite nahe dem Fleische, ist er rein!? – Die Handbreite nahe dem Fleische nennt der Autor ‘gegenüber dem Fleische’. –
12Komm und höre: Wenn man einem Vieh oder einem Wilde, ob rein oder unrein, ob klein oder groß, die Haut zu einer Decke abzieht, so erfolgt es bis zu einer Handhabe, und eine Handbreite nahe dem Fleische ist rein!? –
13Hier handelt es sich um die erste Handbreite.
14Es wird gelehrt: Unter Handhabe ist eine Handbreite zu verstehen. – Es wird ja aber gelehrt: zwei Handbreiten!?
15Abajje erwiderte: Eine Doppelhandbreite. Ebenso wird auch gelehrt: Unter Handhabe ist eine Doppelhandbreite zu verstehen.
16Dort haben wir gelernt: Hat man das Gewand durchzureißen begonnen, so gelten, sobald der größere Teil durchgerissen ist, [die Teile] nicht mehr als verbunden, und es ist rein.
17R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies gilt nur von einem am selben Tage untergetauchten Gewande,
18denn da man es nicht geschont und untergetaucht hat, so schont man es auch nicht und reißt den größeren Teil durch, nicht aber von einem nicht am selben Tage untergetauchten Gewande, denn es ist zu berücksichtigen, man könnte das Durchreißen des größeren Teiles unterlassen.
19Rabba sprach: Dagegen ist zweierlei einzuwenden: erstens könnte man glauben, das Untertauchen am selben Tage sei von Wirkung,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.