Chullin — Blatt 123b
1und zweitens ist ja demnach auch beim Geflügel-Brandopfer nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n zu berücksichtigen, vielleicht erfolgt [das Durchkneifen] nicht beim größeren Teile!?
2R. Joseph erwiderte ihm: Wenn du einwendest, man könnte glauben, das Unter tauchen am selben Tage sei von Wirkung, so beweist es der Riß,
3und wenn du einwendest, auch beim Geflügel-Brandopfer nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sollte dies berücksichtigt werden, so sind Priester vorsichtig. –
4Komm und höre: Wenn man einem Vieh oder einem Wilde, ob unrein oder rein, ob klein oder groß, die Haut zu einer Decke abzieht, so erfolgt es bis zu einer Handhabe.
5Wenn aber mehr als eine Handhabe, so ist sie rein; wieso denn, es ist ja zu berücksichtigen, vielleicht erfolgt es nur bis auf eine Handhabe; er berührt somit Unreines, und wir erklären ihn als rein!? –
6Bei einer Unreinheit der Tora ist dem auch so, hier aber wird von einer rabbanitischen Unreinheit gesprochen. –
7Allerdings wenn ein Unreiner ein reines [Vieh abhäutet], wenn aber ein Reiner ein unreines, ist es ja [eine Unreinheit] der Tora!? –
8Bei Totverletztem. – Ist denn Totverletztes verunreinigend!? – Freilich, nach dem Vater Šemuéls, denn dieser sagte, wenn man ein Totverletztes geschlachtet hat, sei es beim Heiligen verunreinigend. –
9Komm und höre: R. Dostaj b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns: Wenn man Kriechtieren die Haut abzieht, so gilt sie so lange als Verbindung, bis sie vollständig abgezogen ist.
10Demnach gilt die [Haut] eines Kamels nicht als Verbindung!? –
11Folgere nicht: die eines Kamels gilt nicht als Verbindung, sondern: die am Halse gilt nicht als Verbindung, nach R. Joḥanan b. Nuri.
12R. Hona sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Jose: Dies gilt nur von dem Falle, wenn daran nicht soviel zurückbleibt, wie bei einem Überwurfe, wenn aber daran soviel zurückbleibt, wie bei einem Überwurfe, so gilt dies als Verbindung.
13Reš Laqiš sagte: Dies gilt nur von einem Gewande, Haut aber ist haltbar. R. Joḥanan aber sagte, auch Haut sei nicht haltbar.
14R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Hat man hinsichtlich einer durch Auftreten unreinen Haut beabsichtigt, daraus Riemen oder Sandalen zu machen, so ist sie, sobald man daran das Messer gesetzt hat, rein – so R. Jehuda; die Weisen sagen, erst wenn man sie auf weniger als fünf Handbreiten verkleinert hat. Hat man sie aber verkleinert, so ist sie rein; weshalb denn, man sollte ja sagen, sie sei haltbar!? –
15Nur in dem Falle, wenn man sie durchreißt, sagen sie, sie sei haltbar, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn man von dieser ringsum abschneidet.
16R. Jirmeja wandte ein: Wenn man einem Vieh oder einem Wilde, ob rein oder unrein, ob klein oder groß, die Haut zu einer Decke abzieht, so erfolgt es bis zu einer Handhabe. Wenn aber mehr als eine Handhabe, so ist er rein; weshalb denn, man sollte ja sagen, sie sei haltbar!? R. Abin erklärte: Sie wird nach und nach gesondert.
17R. Joseph wandte ein: Die Haut am Halse ist, wie R. Joḥanan b. Nuri sagt, keine Verbindung. Weshalb denn, sie ist ja haltbar!?
18Abajje erwiderte ihm: Da ist der Schlußsatz zu erklären: und wie die Weisen sagen, eine Verbindung!?
19Vielmehr, erklärte Abajje, streiten sie über einen Schutzbalg, der sich von selbst ablöst; nach der einen Ansicht gilt er als Schutzbalg, und nach der anderen Ansicht gilt er nicht als Schutzbalg.
20R. Jirmeja wandte ein: Wie mache man einen unreinen Ofen rein? Man teile ihn in drei Teile und kratze die Verkleidung ab,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.