Chullin — Blatt 126a
1Hierzu wird gelehrt, nach R. Jose sei es rein. Worauf bezieht sich R. Jose, wenn etwa auf den Schlußsatz, so ist es ja auch nach dem ersten Autor rein.
2Vielmehr, der erste Autor sagte, wenn das Unreine sich darin befindet, sei das Haus unrein, entweder weil man das Unreine herausholt, oder weil die versteckte Unreinheit durchdringt, und R. Jose erwiderte ihm: Gegen deine Begründung, man müsse das Unreine herausholen, [ist zu erwidern:] man kann es geteilt herausholen oder an seiner Stelle verbrennen, und gegen deine Begründung, die versteckte Unreinheit dringe durch, [ist zu erwidern:] die versteckte Unreinheit dringt nicht durch. –
3Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Jose sich mit sich selbst befindet:
4Wir haben gelernt: Wenn ein Hund, der Leichenfleisch gefressen hat und verendet ist, an der Schwelle liegt, so bringt er, wie R. Meír sagt, wenn sein Hals eine Weite von einer Handbreite hat, die Unreinheit [in das Haus] hinein, wenn aber nicht, so bringt er die Unreinheit nicht hinein.
5R. Jose sagt, man richte sich [nach der Lage der Unreinheit], befindet sie sich gegenüber der Oberschwelle einwärts, so ist das Haus unrein, und wenn gegenüber der Oberschwelle auswärts, so ist es rein.
6R. Elea͑zar sagt, ist sein Maul nach innen gerichtet, sei das Haus rein, ist sein Maul nach außen gerichtet, sei das Haus unrein, weil die Unreinheit durch den After austritt.
7R. Jehuda b. Bethera sagt, das Haus sei, ob so oder so, unrein.
8R. Jose bezieht sich wohl auf den Fall, wenn der Hals keine Weite von einer Handbreite hat,
9somit ist er der Ansicht, die versteckte Unreinheit dringe durch.
10Raba erwiderte: Er lehrt, daß man sich nach dem Hohlraume der Unreinheit richte; R. Jose streitet über beides und sprach zu R. Meír wie folgt: Während du sagst, wenn der Hals eine Weite von einer Handbreite hat, bringe er die Unreinheit hinein, richten wir uns nach dem Hohlraume,
11und während du sagst, [wenn er auf der Schwelle liegt,] sei das Haus unrein, ist es vielmehr, wenn gegenüber der Oberschwelle einwärts, unrein, und wenn gegenüber der Oberschwelle auswärts, rein.
12R. Aḥa, der Sohn Rabas, lehrte ausdrücklich demgemäß: R. Jose sagt, man richte sich nach dem Hohlraume der Unreinheit. –
13Wer ist der Autor, der gegen ihn streitet? – Es ist R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.