Chullin — Blatt 13b
1seine Kinder sind Hurenkinder. –
2Und der erste Autor!? – Seine Frau prostituiert er nicht.
3Der Meister sagte: Das von einem Nichtjuden Geschlachtete ist Aas. Sollte doch berücksichtigt werden, vielleicht ist er ein Minäer!? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Unter den [weltlichen] Völkern gibt es keine Minäer. –
4Wir sehen ja aber, daß es solche wohl gibt!? – Lies vielmehr: die meisten der [weltlichen] Völker sind keineMinäer. Er ist der Ansicht des R. Ḥija b. Abba, der im Namen R. Joḥnans sagte, die Nichtjuden außerhalb des Landes seien keine Götzendiener, sondern halten nur am Brauche ihrer Vorfahren.
5R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Unter den [weltlichen] Völkern gibt es keine Minäer. – In welcher Hinsicht: wollte man sagen hinsichtlich des Schlachtens, so ist ja, wenn das Geschlachtete eines jisraélitischen Minäers verboten ist, um so mehr das eines nichtjüdischen verboten!? Und wollte man sagen, hinsichtlich des Hinabstoßens, so ist ja, wenn man einen jisraélitischen hinabstoße, um wieviel mehr ein nichtjüdischer hinabzustoßen!?
6R. U͑qaba b. Ḥama erwiderte: Hinsichtlich der Annahme ihrer Opfer. Es wird nämlich gelehrt; Von euch, nicht aber von euch allen, ausgenommen der Abtrünnige; von euch, bei euch habe ich diesen Unterschied gemacht, nicht aber bei den [weltlichen] Völkern. –
7Wieso denn, vielleicht ist dies wie folgt zu verstehen: bei Jisraéliten nehme man sie nur von Frommen an, nicht aber von Frevlern, von den weltlichen Völkern aber nehme man sie überhaupt nicht an!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: Mann; wozu heißt es zweimal Mann? Dies schließt Nichtjuden ein, daß auch sie gleich den Jisraéliten [Opfer] geloben und freiwillig spenden können.
8DURCH DAS TRAGEN VERUNREINIGEND. Selbstverständlich, wenn es Aas ist, ist es ja durch Tragen verunreinigend!? Raba erwiderte: Dies ist wie folgt zu verstehen: nur dieses ist durch das Tragen verunreinigend, es gibt aber anderes, das sogar durch Bezeltung verunreinigend ist, nämlich das einem Götzen Dargebrachte, nach R. Jehuda b. Bethera.
9Manche lesen: Raba erwiderte: Dies ist wie folgt zu verstehen: dieses ist durch das Tragen verunreinigend, und es gibt noch anderes, das gleich diesem nur durch das Tragen und nicht durch Bezeltung verunreinigend ist, nämlich das einem Götzen Dargebrachte, nicht nach R. Jehuda b. Bethera.
10Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda b. Bethera sagte: Woher, daß das einem Götzen Dargebrachte durch Bezeltung verunreinigend ist? – es heißt: sie schlossen sich dem Baa͑l-Peo͑r an und aßen von Totenopfern; wie ein Toter durch Bezeltung verunreinigend ist, ebenso ist das einem Götzen Dargebrachte durch Bezeltung verunreinigend.
11HAT JEMAND NACHTS GESCHLACHTET, ODER HAT EIN BLINDER GESCHLACHTET, SO IST DIE SCHLACHTUNG GÜLTIG.
12GEMARA. ‘Geschlachtet’, nur wenn bereits erfolgt, nicht aber von vornherein, und dem widersprechend wird gelehrt, man dürfe immer schlachten, sowohl am Tage als auch nachts, auch auf der Spitze eines Daches oder auf der Spitze eines Schiffes!?
13R. Papa erwiderte: Wenn man eine Fackel vor sich hat. R. Aši sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn da wird es neben [dem Schlachten] am Tage gelehrt, hier aber neben dem eines Blinden. Schließe hieraus.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.