Chullin — Blatt 67b
1so sind sie verboten wegen: jedes Kriechtier, das auf der Erde kriecht.
2Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Eines lehrt: auf der Erde, dies schließe die Milben in Linsen, die Milben in Erbsen und die Würmer in Datteln und Feigen aus, und ein Anderes lehrt: jedes Kriechtier, das auf der Erde kriecht, dies schließe die Würmer an der Wurzel der Oliven und an der Wurzel der Weinstöcke ein.
3Beide sprechen wohl von der Frucht, nur spricht eines von dem Falle, wenn sie am Stamme haftet, und eines, wenn sie nicht am Stamme haftet. —
4Nein, beide sprechen von dem Falle, wenn sie am Stamme haftet, dennoch besteht hier kein Widerspruch; eines spricht von der Frucht und eines vom Baume selbst.
5Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt es von den Würmern an der Wurzel der Olivenbäume und an der Wurzel der Weinstöcke. Schließe hieraus.
6R. Joseph fragte: Wie ist es, wenn er sich getrennt hat und verendet ist? Wie verhält es sich mit einem Teile? Wie ist es, wenn er sich in den Lüften befand? — Dies bleibt unentschieden.
7R. Aši fragte: Wie ist es, wenn er sich auf der Spitze der Dattel befindet? Wie ist es, wenn er sich auf der Spitze des Kerns befindet? Wie ist es, wenn er aus einer Dattel in eine andere gekrochen ist? — Dies bleibt unentschieden.
8R. Šešeth, Sohn des R. Idi, sagte: Die Quqane sind verboten, weil sie von außen eindringen.
9R. Aši wandte ein: Wenn sie von außen eindringen, müßten sie ja durch den After hervorkommen!?
10Manche lesen: R. Šiša, Sohn des R. Idi, sagte: Die Quqane sind erlaubt, weil sie sich [aus dem Körper] entwickeln. R. Aši sprach: Selbstverständlich, denn würden sie von außen eindringen, müßten sie ja durch den After herauskommen.
11Die Halakha ist, die Quqane sind verboten, weil sie im Schlafe durch die Nase eindringen. Die Würmer im [Tier]fleische sind verboten, die in Fischen sind erlaubt.
12Rabina sagte zu seiner Mutter: Mische sie mir bei, und ich esse sie. R. Mešaršeja, Sohn des R. Aḥa, sprach zu Rabina: Wodurch unterscheiden sich diese von denen, hinsichtlich welcher gelehrt wird: ihr Aas sollt ihr verabscheuen, dies schließt die Würmer im Vieh ein!?
13Dieser erwiderte Es ist ja nicht gleich; ein Vieh wird durch das Schlachten erlaubt, und da bei diesen das Schlachten wirkungslos ist, verbleiben sie im Zustand des Verbotenen, Fische aber sind durch das bloße Einsammeln erlaubt, somit haben diese sich im Erlaubten entwickelt.
14Die Rabbanan lehrten:Was auf dem Bauche geht, das ist die Schlange; alles, dies schließt den Mistwurm ein, und was dem Mistwurm gleicht; auf Vieren, das ist der Skorpion; alles, was geht, dies schließt den Käfer ein, und was dem Käfer gleicht; der vielfüßige, das ist der Nadal; auch alles, dies schließt das ein, was dem gleicht, und das, was dem Gleichen gleicht.
15Es wird gelehrt: R. Jose b. Durmasqith sagte: Der Levjathan ist ein reiner Fisch, denn es heißt: ein Stolz sind die festen Schilde,unter ihm spitze Scherben. Feste Schilde, das sind die Schuppen an ihm; spitze Scherben, das sind die Flossen, mit denen er sich fortbewegt.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.