Chullin — Blatt 89b

1da ist eine bestimmte Größe erforderlich, und beim für Götzendienst Verwandten gelten sie als zerstoßen, hierbei aber ist es, je mehr es zerstoßen ist, zum Bedecken desto geeigneter.

2DAS VERBOT] DER SPANNADER HAT GELTUNG IM [JISRAÉL]LANDE UND AUSSERHALB DES LANDES, WENN DER TEMPEL BESTEHT UND WENN DER TEMPEL NICHT BESTEHT, BEI PROFANEM UND BEI HEILIGEM. ES HAT GELTUNG BEIM VIEH UND BEIM WILDE, BEI DER RECHTEN HÜFTE UND BEI DER LINKEN HÜFTE, NICHT ABER BEIM GEFLÜGEL, WEIL ES KEINEN HÜFTENBALLEN HAT.

3ES HAT GELTUNG BEIM EMBRYO; R. JEHUDA SAGT, ES HABE BEIM EMBRYO KEINE GELTUNG. SEIN TALG IST ERLAUBT.

4DIE SCHLÄCHTER SIND INBETREFF DER SPANNADER NICHT GLAUBWÜRDIG – SO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, SIE SEIEN INBETREFF DESSEN UND INBETREFF DES TALGES GLAUBWÜRDIG.

5GEMARA. Vom Heiligen ist dies ja selbstverständlich, sollte denn durch die Heiligung das Verbot der Spannader davon geschwunden sein!?

6Wolltest du erwidern, die Adern übertragen einen Geschmack, und das Verbot des Heiligen erstrecke sich auf das Verbot der Spannader, so müßte es ja heißen, das Verbot des Heiligen habe Geltung bei der Spannader. – Vielmehr, er ist der Ansicht, die Adern übertragen keinen Geschmack, somit liegt beim Heiligen nur das Verbot der Spannader vor, nicht aber das Verbot des Heiligen. –

7Ist denn unser Autor der Ansicht, die Adern übertragen keinen Geschmack, er lehrt ja, wenn eine Hüfte mit der Spannader gekocht worden ist, sei sie, wenn ein Geschmack übertragen worden ist, verboten!? –

8Vielmehr, hier handelt es sich um das Junge des Heiligen. Er ist der Ansicht, dies habe auch beim Embryo Geltung, ferner ist er der Ansicht, das Junge des Heiligen sei schon im Leibe der Mutter heilig, somit entstehen das Verbot der Spannader und das Verbot des Heiligen gleichzeitig. –

9Wieso kannst du es auf einen Embryo beziehen, wenn er im Schlußsatz lehrt, es habe auch beim Embryo Geltung, so spricht ja der Anfangsatz nicht von einem Embryo!? – Er meint es wie folgt: darüber besteht ein Streit zwischen R. Jehuda und den Rabbanan. –

10Wieso kannst du sagen, beide entstellen gleichzeitig, wir haben ja gelernt, der Nazir schneide sich das Haar wegen der Verunreinigung an einer Leiche, oder einer Olive von einer Leiche,

11und auf unsre Frage, wenn er sich wegen einer Olive von einer Leiche das Haar schneide, um wieviel mehr wegen einer ganzen, erwiderte R. Joḥanan, dies sei wegen einer Fehlgeburt nötig, deren Glieder noch nicht durch Adern verbundensind.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.