Chullin — Blatt 92b

1sie schreiben keine Morgengabe für Männer, eines, sie hökern kein Leichenfleisch in der Fleischhalle aus, und eines, sie ehren die Tora.

2NICHT ABER BEIM GEFLÜGEL &C. Wir sehen ja aber, daß es wohl einen hat!? – Es hat wohl einen, dieser ist aber nicht rund.

3R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn ein Vogel einen hat, der rund ist, oder ein Vieh einen hat, der nicht rund ist: richten wir uns nach diesem oder nach seiner Art? – Dies bleibt unentschieden.

4ES HAT GELTUNG BEIM EMBRYO &C. Šemuél sagte: Sein Talg ist nach aller Ansicht erlaubt. –

5Wessen Talg, wenn der des Embryos, so streiten sie ja hierüber, denn es wird gelehrt, es habe, wie R. Meír sagt, beim Embryo Geltung, und sein Talg sei verboten, und wie R. Jehuda sagt, beim Embryo keine Geltung und sein Talg sei erlaubt,

6und hierzu sagte R. Elea͑zar im Namen R. Oša͑jas, der Streit bestehe über eine lebende Neunmonatsgeburt, und R. Meír vertrete hierbei seine Ansicht und R. Jehuda vertrete hierbei seine Ansicht!?

7Und wenn der Talg der Spannader, so streiten sie auch hierüber, denn es wird gelehrt, man suche, wie R. Meír sagt, nach der Spannader soweit sie reicht und schneide das Fett derselben von der Wurzel aus fort, und wie R. Jehuda sagt, schneide man es nur glatt fort!? –

8Tatsächlich der Talg der Spannader, und Šemuél pflichtet bei, daß er nach R. Meír rabbanitisch verboten sei. Es wird nämlich gelehrt: Das Fett derselben ist erlaubt, das heilige Jisraél aber pflegt es als verboten zu erachten. Doch wohl nach R. Meír, welcher sagt, es sei nach der Tora erlaubt und rabbanitisch verboten. –

9Wieso denn, vielleicht nach R. Jehuda, nach R. Meír aber ist es auch nach der Tora verboten!? –

10Dies ist nicht einleuchtend, denn da wird gelehrt: man suche nach der Spannader soweit sie reicht und das Fett derselben ist erlaubt; derjenige, welcher sagt, man müsse nach dieser suchen, ist ja R. Meír, und er lehrt, das Fett sei erlaubt.

11R. Jiçḥaq b. Šemuél b. Martha sagte im Namen Rabhs: Die Tora hat nur die Verästelungen derselben verboten. U͑la aber sagte: Sie ist zwar nur als Holz [zu betrachten], dennoch hat die Tora wegen dieser strafbar gemacht.

12Abajje sagte: Die Ansicht U͑las ist einleuchtend, denn R. Šešeth sagte im Namen R. Asis, die Äderchen im Talge seien verboten, jedoch sei man wegen dieser nicht schuldig; demnach spricht der Allbarmherzige nur vom Talge und nicht von den Äderchen, ebenso spricht der Allbarmherzige auch hierbei nur von der Spannader und nicht von den Verästelungen.

13Der Text. R. Šešeth sagte im Namen R. Asis: Die Äderchen im Talge sind verboten und man ist wegen dieser nicht schuldig; die der Nieren sind verboten und man ist wegen dieser nicht schuldig; das Weiße an der Niere ist erlaubt. Über das Weiße an der Niere [streiten] Rabbi und R. Ḥija; einer verbietet es und einer erlaubt es.

14Rabba kratzte es weg; R. Joḥanan kratzte es weg; R. Asi schnitt es glatt fort. Abajje sagte: Die Ansicht R. Asis ist einleuchtend. R. Abba sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.