Eruvin — Blatt 104a
1von drei zu drei [Fingerbreiten] als Trennung, nicht aber einer weniger als drei. Übereinstimmend mit Raba im Namen R.Ḥisdas. –
2Streitet er gegen R.Jehuda, den Sohn des R.Ḥija? – Anders ist es bei einem Gürtelchen, da es wesentlich ist. –
3Weswegen lehrt er es nach R.Joḥanan vom Bast, er sollte es doch von einem Gürtelchen lehren!? –
4Nebenbei lehrt er uns, daß Bast heilsam sei.
5MAN DARF SALZ AUF DIE ALTARRAMPE STREUEN, DAMIT MAN NICHT AUSGLEITE; FERNER DARF MAN AM ŠABBATH MITTELST DES RADES AUS DEM WLNDEBRUNNEN UND DEM GROSSEN BRUNNEN SCHÖPFEN, AM FESTE AUCH AUS DEM QUELLBRUNNEN.
6GEMARA. R.Iqa aus Paršunja wies Raba auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, man dürfe Salz auf die Altarrampe streuen, damit man nicht ausgleite; nur im Tempel, nicht aber in der Provinz, und dem widersprechend wird gelehrt, daß, wenn ein Hof durch Regenwasser verschlammt worden ist, man Stroh hole und da streue!? –
7Anders das Stroh, weil man es nicht aufgibt.
8R.Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R.Aši: In welchem Falle Salz [streuen]: gibt man es auf, so fügt man ja zum Bauwerke hinzu, während es heißt: das alles durch die Hand des Herrn verzeichnet, er hat mich unterwiesen,
9und gibt man es nicht auf, so ist es ja eine Trennung!? –
10Beim Hinbringen der Opferglieder zur Rampe, das nicht zum Tempeldienste gehört. –
11Etwa nicht, es heißt ja: der Priester soll alles hinbringen, und auf dem Altar aufräuchern, und der Meister sagte, dies sei das Hinbringen der Opferteile zur Altarrampe!? – Vielmehr, beim Hinbringen des Holzes zum Holzstoße, das nicht zum Tempeldienste gehört.
12Raba trug vor: Wenn ein Hof durch Regenwasser verschlammt worden ist, so hole man Stroh und streue da. R.Papa sprach zu Raba: Es wird ja aber gelehrt, daß man, wenn man streut, weder mit einem Korbe noch mit einer Kiepe, sondern nur mit einem Bruchstücke einer Kiepe streuen dürfe!?
13Hierauf ließ Raba seinen Dolmetsch vortreten und vortragen: Was ich euch vorgetragen habe, ist ein Irrtum von mir, vielmehr sagten sie folgendes im Namen R.Elie͑zers: Man streue weder mit einem Korbe noch mit einer Kiepe, sondern mit einem Bruchstücke einer Kiepe.
14DARF MAN &C. AUS DEM WINDEBRUNNEN SCHÖPFEN. Als einst U͑la bei R. Menaše eingekehrt war, kam ein Mann und klopfte an die Tür; da sprach er: Wer da? Mag der Körper dessen entweiht werden, der den Šabbath entweiht.
15Da sprach Rabba zu ihm: Sie haben nur musikalische Geräusche verboten. Abajje wandte gegen ihn ein: Man darf am Šabbath für einen Kranken [Wein] mit einem Saugheber abziehen und Wasser aus einem Brausegefäße laufen lassen.
16Nur für einen Kranken und nicht für einen Gesunden, doch wohl, wenn [der Kranke] schläft und man ihn wecken will; demnach ist die Hervorbringung eines Geräusches verboten!? –
17Nein, wenn er wach ist und man ihn einschläfern will, weil es sich wie der Ton eines Schallinstrumentes anhört.
18Er wandte gegen ihn ein: Wer seine Früchte vor den Vögeln und seine Kürbisse vor den Tieren bewacht, bewache sie auf gewöhnliche Weise auch am Šabbath, nur darf er nicht klopfen, in die Hände klatschen oder mit dem Fuße stampfen, wie er dies am Wochentage zu tun pflegt.
19Doch wohl, weil man dabei ein Geräusch hervorbringt und die Hervorbringung eines Geräusches verboten ist!? R.Aḥa b.Ja͑gob erwiderte: Aus Rücksicht darauf, er könnte eine Scholle ergreif en. –
20Aber R.Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, Frauen dürfen nicht mit Nüssen spielen, doch wohl, weil man dabei ein Geräusch hervorbringt und die Hervorbringung eines Geräusches verboten ist!? –
21Nein, weil sie Ritzen ebnen könnten.
22Wieso sagte R.Jehuda, wolltest du nicht so erklären, Frauen dürfen nicht mit Äpfeln spielen, dadurch wird ja kein Geräusch hervorgebracht; vielmehr, deshalb, weil sie Ritzen ebnen könnten. –
23Wir haben gelernt: Ferner darf man am Šabbath mittelst des Rades aus dem Windebrunnen und aus dem großen Brunnen schöpfen. Also nur im Tempel und nicht in der Provinz; doch wohl, weil man dabei ein Geräusch hervorbringt und dies verboten ist!? –
24Nein, weil man auch für seinen Garten und seine Ruine schöpfen könnte.
25Amemar erlaubte in Maḥoza mittelst einer Winde zu schöpfen, indem er sagte: Die Rabbanan haben berücksichtigt, man könnte für seinen Garten und seine Ruine schöpfen, und hier gibt es weder Gärten noch Ruinen.
26Als er aber sah,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.