Eruvin — Blatt 14b

1in angesammeltem Wasser; den ganzen Leib im Wasser baden: worin sein ganzer Leib sich befindet; eine Elle zu einer Elle in einer Höhe von drei Ellen. Danach berechneten die Weisen das Wasser für das Tauchbad auf vierzig Seá.

2Auf dreihundert Quadratellen kommen mithin hundert, und auf einhundertundfünfzig fünfzig [Tauchbäder]. Demnach sind ja [für einhundertundfünfzig Tauchbäder] vierhundertundfünfzig Quadratellen ausreichend, während [das Meer] fünfhundert Quadratellen faßte!? –

3Dies nur bei einem Viereck, während das von Šelomo gefertigte Meer rund war. –

4Merke, das Quadrat ist ja um ein Viertel grösser als der Kreis, wonach von vierhundert hundert und von hundert fünfundzwanzig fehlen, somit fehlen ja einhundertfünfundzwanzig!? –

5Rami b. Jeḥezqel lehrte, daß das von Šelomo gefertigte Meer in seinen unteren drei Ellen viereckig und in seinen oberen zwei Ellen rund war.

6Allerdings kann es nicht umgekehrt gewesen sein, da es heißt, der Rand war rund, vielleicht aber nur eine [Elle]!? –

7Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: zweitausend Bath faßte es; das Bath hat drei Seá, denn es heißt: das Bath ist ein Zehntel des Kor, somit hatte [das Meer] sechstausend Seá. –

8Es heißt ja aber: es faßte dreitausend Bath!? – Für die Häufung.

9Abajje sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß die Häufung ein Drittel beträgt. Ebenso haben wir gelernt: Ein Kasten, eine Truhe, ein Schrank, ein Bienenkorb aus Stroh oder Rohr und ein Wasserbehälter eines alexandrinischen Schiffes, die einen flachen Boden haben und vierzig Seá Flüssiges, gleich zwei Kor Trockenes fassen, sind rein.

10DIE PFOSTEN, VON DENEN SIE SPRECHEN, MÜSSEN EINE HÖHE VON ZEHNHANDBREITEN UND KÖNNEN EINE BELIEBIGE BREITE UND DICKE HABEN. R.JOSE SAGT, EINE BREITE VON DREI HANDBREITEN.

11GEMARA. DIE PFOSTEN, VON DENEN SIE SPRECHEN &C. Es wäre anzunehmen, daß eine anonyme Mišna die Ansicht R.Elie͑zers vertritt, welcher sagt, es seien zwei Pfosten erforderlich. –

12Nein, die Pfosten allgemein. – Demnach sollte er auch vom Querbalken lehren: die Querbalken, nämlich die Querbalken allgemein!? –

13Er meint es wie folgt: die Pfosten, über die R.Elie͑zer und die Weisen streiten, müssen eine Höhe von zehn Handbreiten und können eine beliebige Breite und Dicke haben. – Was heißt beliebig? – R.Ḥija lehrte: Selbst wie eine Mantelschnur.

14Es wird gelehrt: Hat jemand den Pfosten in die Mitte der Durchgangsgasse gesetzt, so steht ihm nur eine halbe Durchgangsgasse frei. – Selbstverständlich!? – Lies: so steht ihm eine halbe Durchgangsgasse frei. – Aber auch dies ist ja selbstverständlich? – Man könnte glauben, man befürchte, er könnte verleitet werden, sich der ganzen zu bedienen, so lehrt er uns.

15Raba sagte: Hat jemand den Pfosten des Durchgangs drei [Handbreiten] vom Boden oder von der Wand entfernt gesetzt, so ist dies nichts. Und selbst R.Šimo͑n b. Gamliél, welcher sagt, man betrachte es als verbunden, ist dieser Ansicht nur in dem Falle, wenn [die Entfernung] sich oben befindet, nicht aber in dem Falle, wenn sie sich unten befindet, da es ein Zaun ist, durch den Ziegen durchschlüpfen können.

16R.JOSE SAGT, EINE BREITE VON DREI HANDBREITEN. R.Joseph sagte im Namen R.Jehudas im Namen Šemuéls: Die Halakha ist nicht wie R.Jose, weder bei der Salztunke noch bei den Pfosten.

17R.Hona b. Ḥenana sprach zu ihm: Du sagtest uns dies nur bezüglich der Salztunke und nicht bezüglich der Pfosten; bei der Salztunke wohl deshalb nicht, weil die Rabbanan gegen ihn streiten, und ebenso streiten ja die Rabbanan gegen ihn auch bei den Pfosten!? Dieser erwiderte: Anders ist es bei den Pfosten, da auch Rabbi seiner Ansicht ist.

18R.Reḥumi lehrte es wie folgt: R.Jehuda, Sohn des R.Šemuél b. Šilath, sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist nicht wie R.Jose, weder bei der Salztunke noch bei den Pfosten. Man fragte ihn: Hast du es gesagt? Dieser erwiderte: Nein. Raba sprach: Bei Gott, er hat dies gesagt, und ich lernte es von ihm. – Weshalb ist er davon zurückgetreten? – Weil R.Jose [stets] seinen Grund hat.

19Raba b. R. Ḥanan fragte Abajje: Wie ist die Halakha? Dieser erwiderte: Geh, sieh, wie das Volk verfährt.

20Manche beziehen dies auf folgende Lehre: Wer des Durstes wegen Wasser trinkt, spreche [den Segen] ‘Alles entsteht durch sein Wort’. R.Tryphon sagt: ‘Der viele Seelen und ihre Bedürfnisse erschafft’. Diesbezüglich fragte R.Ḥanan den Abajje, wie die Halakha sei, und dieser erwiderte: Geh, sieh, wie das Volk verfährt.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.