Eruvin — Blatt 21a
1klettern und hinaufsteigen, klettern und herabsteigen kann. –
2Dem ist ja aber nicht so, R.Jiçḥaq sagte ja im Namen R.Jehudas im Namen Šemuéls, daß die Brunnenpfeiler nur bei einem Brunnen mit Quellwasser erlaubt worden sind; welchen Unterschied gibt es bei einem Vieh zwischen Quellwasser und angesammeltem Wasser!? – Es muß etwas sein, was auch für Menschen brauchbar ist.
3Der Text: Die Brunnenpfeiler sind nur für das Vieh erlaubt worden, ein Mensch aber kann klettern und hinaufsteigen, klettern und herabsteigen; wenn sie aber breit sind, so sind sie auch für Menschen erlaubt. Man darf kein Wasser schöpfen und seinem Vieh reichen, sondern es schöpfen und vor ihm hingießen, und es trinkt von selbst.
4R.A͑nan wandte ein: Was nützen demnach die Brunnenpfeiler!? – Was sie nützen, daß man aus (dem Brunnen) schöpfen darf!? –
5Vielmehr, was nützt es, daß die Kuh sich darin mit dem Kopfe und dem größeren Teile des Körpers befinden kann!?
6Abajje erwiderte: Hier handelt es sich um eine zehn Handbreiten hohe und vier [Handbreiten] breite Krippe, die sich auf öffentlichem Gebiete befindet, von der eine Ecke zwischen die Pfeiler hineinragt &c.
7R.Jirmejab. Abba sagte im Namen Rabhs: In Babylonien gibt es keine Wächterhütten und außerhalb des [jisraélitischen] Landes gibt es keine Brunnenpfeiler.
8Keine Wächterhütten in Babylonien, weil da oft Überschwemmungen vorkommen. Keine Brunnenpfeiler außerhalb des Landes, weil da keine Lehrhäuser sind. Entgegengesetzt ist es erlaubt.
9Manche lesen: R.Jirmeja b. Abba sagte im Namen Rabhs: In Babylonien und ausserhalb des [jisraélitischen] Landes gibt es weder Wächterhütten noch Brunnenpfeiler. Keine Wächterhütten in Babylonien, weil da oft Überschwemmungen vorkommen; außerhalb des Landes ebenfalls nicht, weil da viele Diebe sind.
10Keine Brunnenpfeiler in Babylonien, weil da genügend Wasser zu haben ist; außerhalb des Landes ebenfalls nicht, weil da keine Lehrhäuser sind.
11R.Ḥisda sprach zu Mari, dem Sohne R.Honas, des Sohnes des R.Jirmeja b.Abba: Man sagt, daß ihr am Šabbath aus Barnaš nach dem Daniél-Bethause kommt, das sind drei Parasangen; ihr stützt euch also auf die Wächterhütten, während dein Großvater im Namen Rabhs gesagt hat, in Babylonien gebe es keine Wächterhütten!?
12Da ging er hinaus und zeigte ihm jene Ruinen, die durch die siebzig Ellen und darüber einverleibt wurden.
13R.Ḥisda sagte: Mari b. Mar trug vor: Es beißt: von allem Umfang habe ich ein Ende gesehen, überaus weitreichend ist dein Gebot. David sagte es und erklärte es nicht, Ijob sagte es und erklärte es nicht, und Jehezqel sagte es und erklärte es nicht; erst Zekharja, der Sohn Idos, kam und erklärte es.
14David sagte es und erklärte es nicht, denn es heißt: von allem Umfang habe ich ein Ende gesehen, überaus weitreichend ist dein Gebot. Ijob sagte es und erklärte es nicht, denn es heißt: weiter als die Erde ist ihr Umfang, sie ist breiter als das Meer.
15Jeḥezqel sagte es und erklärte es nicht, denn es heißt: er breitete sie vor mir aus, und sie war vorn und hinten beschrieben; sie war beschrieben mit Klageliedern und Spiel und Wehklage.
16Klagelieder, das ist die Strafe der Frommen auf dieser Welt, denn es heißt: ein Klagelied ist dies, das soll man singen. Spiel [hege], das ist die Belohnung der Frommen in der zukünftigen Welt, denn es heißt: Spiel [higajon] der Zither. Wehklage, das ist die Strafe der Frevler in der Zukunft, denn es heißt: Weh über Weh kommt.
17Erst Zekharja, der Sohn U͑dos, erklärte es, denn es heißt: und er fragte mich: Was siehst du? Ich sprach: Ich sehe eine zusammengeschlagene Schriftrolle, zwanzig Ellen ihre Länge und zehn Ellen ihre Breite. Wenn du sie aufschlägst, ist sie zwanzig zu zwanzig, und da es heißt: sie war vorn und hinten beschrieben, so ist sie, wenn da sie spaltest, vierzig zu zwanzig.
18Nun heißt es: wer hat mit seiner hohlen Hand das Wasser gemessen und dem Himmel mit der Spanne sein Maß bestimmt &c., somit ergibt es sich, daß die ganze Welt den dreitausendzweihundertsten Teil der Tora misst.
19Ferner sagte R.Ḥisda: Mari b. Mar trug vor: Es heißt: da waren zwei Körbe mit Feigen auf gestellt vor dem. Tempel des Herrn. Der eine Korb enthielt sehr gute Feigen,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.