Eruvin — Blatt 29b

1wenn sie keine Spanne groß sind, sind sie aber eine Spanne groß, sei nichts dabei.

2R.Papa sagt: Dies nur, wenn man darauf keinen Met trinkt, wenn man aber darauf Met trinkt, ist nichts dabei.

3Die Rabbanan lehrten: man esse keine Zwiebeln, wegen des darin enthaltenen Giftes. Einst aß R.Ḥanina eine halbe Zwiebel und die Hälfte des darin befindlichen Giftes; da erkrankte er und war dem Tode nahe. Seine Genossen aber flehten für ihn um Erbarmen, und er blieb am Leben, weil die Zeit seiner benötigte.

4R.Zera sagte im Namen Šemuéls: Man darf einen E͑rub aus Met bereiten, auch macht er bei einem Quantum von drei Log das Tauchbad untauglich. R.Kahana wandte ein: Selbstverständlich, wodurch unterscheidet sich dieser denn von farbigem Wasser, denn wir haben gelernt, R.Jose sagt, drei Log farbiges Wasser machen das Tauchbad untauglich!? – Ich will dir sagen, jenes heißt farbiges Wasser, dieser aber heißt Met. –

5Welches Quantum ist zu einem E͑rub nötig? R.Aḥa, Sohn des R.Joseph, wollte vor R.Joseph sagen, Met [im Quantum] von zwei Vierteln, denn wir haben gelernt: Wer [am Šabbath] Wein hinausträgt, als zur Mischung des Bechers nötig ist. Hierzu wird gelehrt, als zur Mischung eines schönen Bechers nötig ist, und unter ‘schöner Becher’ ist der Becher des Tischsegens zu verstehen. Hierzu sagte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, der Becher des Tischsegens müsse den vierten Teil eines Viertellogs enthalten, so daß er gemischt auf ein Viertellog komme. Dies nach Raba, denn Raba sagte, ein Wein, dem man auf einen Teil nicht drei Teile Wasser heimischen kann, sei kein Wein.

6Und im Schlußsätze [jener Lehre] heißt es: alle anderen Flüssigkeiten bei einem Viertellog, und ebenso beim Ausgußwasser ein Viertellog. Wie da vierfach, ebenso hierbei vierfach.

7Dies ist aber nichts; da [ist ein solches Quantum erforderlich], weil weniger ohne Bedeutung ist, hierbei aber rechnet man damit, da man morgens und abends einen Becher zu trinken pflegt.

8Welches Quantum Datteln? R.Joseph erwiderte: Ein Kab Datteln. R. Joseph sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Wenn jemand Dörrfeigen [von Hebe] gegessen und Datteln bezahlt hat, so komme Segen über ihn.

9In welchem Falle: wollte man sagen, im Werte, wenn er für einen Zuz gegessen und für einen Zuz bezahlt hat, wieso komme Segen über ihn, er hat ja für einen Zuz gegessen und für einen Zuz bezahlt!? Doch wohl quantitativ, wenn er ein Maß Dörrfeigen im Werte von einem Zuz gegessen und ein Maß Datteln im Wert von vier bezahlt hat, und da er lehrt, Segen komme über ihn, so sind ja Datteln wertvoller.

10Abajje sprach zu ihm: Tatsächlich, wenn er für einen Zuz gegessen und für einen Zuz bezahlt hat, und Segen komme über ihn deshalb, weil er Schwerverkäufliches gegessen und Leichtverkäufliches bezahlt hat.

11Von Šetita sind, wie R.Aḥa b. Pinḥas sagte, zwei Löffel erforderlich. Von gerösteten Ähren sind, wie Abajje sagte, zwei pumbedithische Maße erforderlich.

12Abajje sagte: Mutter sagte mir, geröstete Ähren seien zuträglich für das Herz und verscheuchen [schlechte] Gedanken.

13Ferner sagte Abajje: Mutter sagte mir, daß, wenn jemand an Herzschwäche leidet, man für ihn Fleisch von der rechten Flanke eines Widders auf Rinderkot vom Monat Nisan brate, und wenn kein Rinderkot vorhanden ist, man statt dessen Späne einer Bachweide nehme; er esse dies und trinke darauf verschnittenen Wein.

14R.Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Alles, was Zukost ist, soviel man damit ißt; alles, was keine Zukost ist, soviel man davon ißt. Rohes Fleisch, soviel man davon ißt; gebratenes Fleisch, wie Rabba sagt, soviel man damit ißt, und wie R.Joseph sagt, soviel man davon ißt.

15R.Joseph sprach: Dies entnehme ich daraus, daß die Perser gebratenes Fleisch ohne Brot essen. Abajje sprach zu ihm: Sind denn die Perser die Mehrheit der Welt!? Es wird ja gelehrt, für Arme ein Gewand der Armen und für Reiche ein Gewand der Reichen;

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.