Eruvin — Blatt 31a

1man dürfe für einen reinen Priester einen E͑rub aus reiner Hebe auf ein Grab niederlegen; allerdings kann er selbst da in einer Truhe, einer Kiste oder in einem Schrank hinkommen,

2wenn man aber [die Speise] da niederlegt, wird sie ja unrein!? – Wenn sie für die Unreinheit nicht empfänglich ist, oder wenn sie mit Fruchtsaft geknetet ist. –

3Wie bringt man da [die Speise] hin? – Auf einem flachen Holzgeräte, das keine Unreinheit annimmt. –

4Es bezeltet ja!? – Man trage es senkrecht. –

5Was ist demnach der Grund der Rabbanan!? — Sie sind der Ansicht, man dürfe für zur Nutznießung verbotene Dinge kein Haus kaufen. –

6Demnach ist R.Jehuda der Ansicht, dies sei erlaubt!? – Er ist der Ansicht, die Gebote seien nicht zur Nutznießung verliehen worden. –

7Über die Lehre Rabas, daß nämlich die Gebote nicht zur Nutznießung verliehen worden sind, streiten somit Tannaím? – Raba kann dir entgegnen: dies allerdings, wenn alle der Ansicht wären, man dürfe einen E͑rub nur zu Gebotszwecken bereiten; alle aber sind der Ansicht, die Gebote seien nicht zur Nutznießung verliehen worden, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, man dürfe einen E͑rub nur zu Gebotszwecken bereiten, und einer ist der Ansicht, man dürfe einen E͑rub bereiten auch zu Freigestelltem. –

8Über die Lehre R.Josephs, daß man nämlich einen E͑rub nur zu Gebotszwecken bereiten dürfe, streiten somit Tannaím? –

9R.Joseph kann dir erwidern: alle sind der Ansicht, man dürfe einen E͑rub nur zu Gebotszwecken bereiten, auch sind alle der Ansicht, die Gebote seien nicht zur Nutznießung verlichen worden, und ihr Streit besteht vielmehr in folgendem: einer ist der Ansicht, sobald der E͑rub für einen die Eignung [des Platzes] erwirkt hat, habe er an der Aufbewahrung kein Interesse mehr, und einer ist der Ansicht, er habe an der Aufbewahrung Interesse, da er ihn nötigenfalls essen kann.

10MAN DARF EINEN E͑RUB BEREITEN AUS DEMAJ, AUS ERSTEM ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE ABGESONDERT WORDEN IST, AUS ZWEITEM ZEHNTEN UND GEHEILIGTEM, DIE AUSGELÖST WORDEN SIND,

11NICHT ABER AUS UNVERZEHNTETEM, AUS ERSTEM ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE NICHT ABGESONDERT WORDEN IST, UND AUS ZWEITEM ZEHNTEN UND GEHEILIGTEM, DIE NICHT AUSGELÖST WORDEN SIND.

12GEMARA. Demaj ist ja für ihn nicht verwendbar!? – Da es, wenn er sein Vermögen preisgeben und ein Armer sein wollte, für ihn verwendbar sein würde, so ist es auch jetzt für ihn verwendbar. Wir haben nämlich gelernt: Man darf den Armen

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.