Eruvin — Blatt 39b

1Und die Rabbanan!? — Dies nur deshalb, damit man ihn nicht geringschätze.

2FERNER SAGTE R.JEHUDA &C.

3Und [alle Fälle] sind nötig; würde er es nur vom Neujahr gelehrt haben, [so könnte man glauben,] daß R.Jehuda nur hierbei dieser Ansicht ist, weil man dabei nichts tut, während er bezüglich eines Fruchtkorbes, wobei es den Anschein hat, als bereite man das Unverzehntete zu, den Rabbanan beipflichte.

4Und würde er nur diese beiden Fälle gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil hierbei nichts zu berücksichtigen ist, während er bezüglich des Eies, wobei [am Šabbath] abgefallene Früchte und ausfließender Saft zu berücksichtigen sind, den Rabbanan beipflichte. Daher sind alle nötig.

5Es wird gelehrt: Von welchem Falle sagte R.Jehuda, man dürfe über einen Korb mit Früchten am ersten Festtage bedingungsweise bestimmen und sie am zweiten essen? Wenn jemand zwei Körbe mit unverzehnteten Früchten vor sich hat, so spreche er: ‘ist der heutige Tag profan und der morgige heilig, so sei der eine [Korb] Hebe für den anderen, und ist der heutige Tag heilig und der morgige profan, so seien meine Worte nichtig’. Sodann bezeichne er ihn und stelle ihn fort.

6Am folgenden Tage spreche er: ‘ist der heutige Tag profan, so sei der eine [Korb] Hebe für den anderen, und ist der heutige Tag heilig, so seien meine Worte nichtig’. Sodann bezeichne er ihn, und er darf [vom zweiten] essen. R.Jose verbietet dies. Ebenso verbietet dies R.Jose an beiden Festtagen der Diaspora.

7Einst wurde beim Exilarchen ein Reh aufgetragen, das am ersten Festtage gefangen und am zweiten Festtage geschlachtet wurde.

8R.Naḥman und R.Ḥisda aßen davon, R.Šešeth aß davon nicht. Da sprach R.Naḥman: Was ist mit R.Šešeth zu machen, wenn er kein Rehfleisch ißt. R.Šešeth entgegnete: Wie sollte ich davon essen, Isi lehrte ja, (manche lesen: hat doch Isi gelehrt:) R.Jose habe dies ebenso an beiden Festtagen der Diaspora verboten!?

9Raba sprach: Was ist dies für eine Entgegnung, vielleicht meinte er es wie folgt: ebenso verbietet dies R.Jose an beiden Tagen des Neujahrsfestes der Diaspora!? — Wieso heißt es demnach ‘der Diaspora’, es müßte ja heißen in der Diaspora!?

10R.Asi sprach: Was ist dies für eine Entgegnung, vielleicht meint er es wie folgt: ebenso vergleicht R.Jose das Verbot an beiden Festtagen der Diaspora mit dem der beiden Tage des Neujahrsfestes, daß es nämlich, wie die Rabbanan [lehren], erlaubt ist!?

11Hierauf traf R.Šešeth Rabba b.Šemuél und fragte ihn: Hat der Meister etwas über die Heiligkeiten [der Festtage] gelernt? Dieser erwiderte: Ich habe folgendes gelernt: R.Jose pflichtet bei bezüglich der beiden Tage der Diaspora. Da sprach jener: Wenn du sie triffst, sage ihnen nichts davon.

12R.Aši sagte: Mir erzählte Amemar, jenes Reh war nicht [am ersten Festtage] gefangen worden,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.