Eruvin — Blatt 48a
1einer eisernen Wand zur Trennung. Da lachte R.Jose b. R.Ḥanina darüber. —
2Weshalb lachte er: wollte man sagen, weil jener nach R.Joḥanan b. Nuri lehrte, erschwerend, während er der Ansicht der Rabbanan war, erleichternd, — sollte er denn, weil er erleichternder Ansicht war, über jeden gelacht haben, der erschwerend lehrte!? —
3Vielmehr, weil gelehrt wird, fließende Ströme und sprudelnde Quellen gleichen den Füßen jedermanns. —
4Vielleicht spricht er von angesammeltem [Wasser]!? —
5Vielmehr, weil er lehrt, sie benötige einer eisernen Wand zur Trennung. Eine aus Rohrstäben ist wohl deshalb nicht [ausreichend], weil das Wasser durchdringt, und auch durch eine eiserne dringt ja das Wasser durch!? —
6Vielleicht meinte er, sie benötige, und es gebe dafür kein Mittel!? —
7Vielmehr, weil die Weisen beim Wasser erleichtert haben.
8So fragte R.Ṭabla den Rabh, ob die schwebende Wand eine Ruine zu erlaubtem Gebiete mache,
9und dieser erwiderte, die schwebende Wand sei nur beim Wasser zulässig, weil die Weisen beim Wasser erleichtert haben.
10DIE WEISEN SAGEN, ER HABE NUR VIER &C. R.Jehuda sagt ja dasselbe was der erste Tanna!?
11Raba erwiderte: Sie streiten über acht zu acht [Ellen]. Ebenso wird auch gelehrt: Es stehen ihm acht zu acht [Ellen] frei — so R.Meír.
12Ferner sagte Raba: Sie streiten nur über das Gehen, tragen aber darf man nach aller Ansicht nur vier Ellen und nicht mehr. —
13Wo kommen diese vier Ellen in der Schrift vor? —
14Wie gelehrt wird: Jeder verbleibe auf seinem Platze; auf dem Platze unter ihm. — Wieviel beträgt der Platz unter ihm? — Drei Ellen für den Körper und eine Elle, um Hände und Füße ausstrecken zu können — so R.Meír; R.Jehuda sagt, drei Ellen für den Körper und eine Elle, um eine Sache von der Fußseite fortnehmen und an die Kopfseite legen zu können. —
15Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Ob genau vier Ellen.
16R.Mešaršeja sprach zu seinem Sohne: Wenn du zu R.Papa kommst, frage ihn, ob man ihm die vier Ellen, von denen sie sprechen, seiner Person entsprechend, oder mit der Elle des Heiligtums gemessen gebe.
17Wenn er dir sagt, man gebe ihm [vier] Ellen wie im Heiligtum gebräuchlich, wie verhält es sich mit [einem wie] O͑g, König von Bašan; und wenn er dir sagt, man gebe sie ihm seiner Person entsprechend, so frage ihn, weshalb dies nicht bei den Dingen mitgezählt wird, bei denen man sich nach der betreffenden Person richte!?
18Als er zu R.Papa kam, sprach dieser zu ihm: Wollten wir alles so genau nehmen, so würden wir nie etwas lernen;
19tatsächlich gebe man ihm [vier] Ellen seiner Person entsprechend, wenn du aber einwendest, weshalb dies nicht bei den Dingen mitgezählt wird, [bei denen man sich nach der betreffenden Person] richte, — weil dies nicht ausgemacht ist, denn es gibt [normale Menschen] mit zwerghaften Gliedern.
20WENN ES ZWEI PERSONEN SIND UND EIN TEIL DER ELLEN DES EINEN &C. Wozu heißt es, dies ist ebenso? —
21R.Šimo͑n sprach zu den Rabbanan wie folgt: merket, dies ist ja ebenso, als wenn drei Höfe Durchgänge zu einander und Durchgänge nach der Straße haben; weshalb streitet ihr da und nicht hierbei!? —
22Und die Rabbanan!? — Da sind es viele Bewohner, hierbei sind es nicht viele Bewohner.
23ZWISCHEN BEIDEN ÄUSSEREN &C. Weshalb denn, wenn die äußeren mit dem mittelsten durch einen E͑rub verbunden sind, gehören sie ja zusammen!?
24R.Jehuda erwiderte: Wenn der mittelste einen E͑rub in diesem und einen E͑rub in jenem niedergelegt hat.
25R.Šešeth erwiderte: Du kannst sogar sagen, wenn [beide] ihre E͑rubin im mittelsten niedergelegt haben,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.