Eruvin — Blatt 4a

1dürfen sie nicht genau sein. Einleuchtend ist dies nach Raba, denn in dem einen Falle müssen sie reichlich und im anderen knapp sein, gegen Abajje aber ist dies ja ein Einwand!? –

2Abajje kann dir erwidern: Lies: bei der Mischfrucht hat die Elle sechs [Handbreiten]. –

3Wenn es aber im Schlußsatze heißt, R.Šimo͑n b.Gamliél sagt, die Elle, von der die Weisen bei der Mischfrucht sprechen, habe sechs Handbreiten, nur dürfe sie nicht genau sein, so spricht ja der erste Tanna von allen Ellen!?–

4Abajje kann dir erwidern: Da ist ja R.Šimo͑nb.Gamliél, der ebenso sagt, wie ich; ich bin seiner Ansicht. –

5Nach Abajje streiten hierüber Tannaím auf jeden Fall, streiten sie auch nach Raba? –

6Raba kann dir erwidern: R.Šimo͑n b.Gamliél lehrt uns folgendes, daß nämlich bei der Mischfrucht die Elle nicht genau gemessen wird. –

7Sollte er doch sagen, bei der Mischfrucht werde die Elle nicht genau gemessen; wenn er aber sagt, sie habe bei dieser sechs [Handbreiten], so schließt dies wohl die Elle bei der Festhütte und beim Durchgang aus!? –

8Nein, dies schließt die Elle bei [der Messung] des Fundamentes und des Vorsprunges [des Altars] aus.

9Es heißt nämlich: Und dies sind die Maße des Altars in Ellen, die Elle zu einer [gewöhnlichen] Elle und einer Handbreite gerechnet. Sein Fuß eine Elle hoch, die Breite eine Elle, und er reicht bis oben hinauf, eine Spanne breit ringsum, das ist die Höhe des Altars. Sein Fuß eine Elle, das ist das Fundament; die Breite eine Elle, das ist der Vorsprung; und er reicht bis oben hinauf, das sind die Hörner; das ist die Höhe des Altars, das ist der goldene Altar.

10R.Ḥija b.Aši sagte im Namen Rabhs: [Die Lehren von den] Quantitäten, den Trennungen und den Umzäunungen sind Moše am Sinaj überlieferte Halakhoth. –

11[Die Lehre] von den Maßen ist ja aus der Tora!? Es heißt nämlich: ein Land mit Weizen und Gerste &c., und hierzu sagte R.Ḥanin, dieser ganze Schriftvers stehe nur der Maße wegen.

12Weizen, wegen der folgenden Lehre: Wenn jemand in ein aussätziges Haus tritt und seine Kleider auf der Schulter und seine Sandalen und seine Ringe in den Händen trägt, so ist er samt diesen sofort unrein; wenn er aber seine Kleider [am Körper], seine Sandalen an den Füßen und seine Ringe an den Fingern anhat, so ist er sofort unrein, diese aber bleiben rein, bis er solange verweilt hat, als man ein Peras essen kann, Weizenbrot und nicht Gerstenbrot, und zwar angelehnt und mit Zukost.

13Gerste, wegen der folgenden Lehre: Ein gerstengroßer Knochen [von einem Toten] verunreinigt durch Berühren und Tragen, nicht aber durch Bezeltung.

14Weinstöcke, [dies deutet auf] das Quantum eines Viertellog Wein für den Naziräer.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.