Eruvin — Blatt 4b
1Feigen, [dies deutet auf] das Quantum einer Dörrfeige hinsichtlich des Hinaustragens am Šabbath.
2Granatäpfel, wegen der folgenden Lehre: Für alle Gefäße eines Privatmannes gilt die Größe eines Granatapfels.
3Ein Land mit Olivenöl, ein Land, dessen sämtliche Quantitäten Olivengröße haben. – Sämtliche Quantitäten, wie kommst du darauf, da sind ja die ebengenannten!? – Sage vielmehr: die meisten Quantitäten haben Olivengröße.
4Honig, die Größe einer großen getrockneten Dattel hinsichtlich des [Essens am] Versöhnungstage. –
5Glaubst du vielleicht, daß die Maße in der Schrift geschrieben stehen? Sie sind vielmehr eine überlieferte Halakha, die Rabbanan aber stützen sie durch Schriftverse. –
6Die Lehre von den Trennungen ist ja aus der Tora!? Es heißt nämlich: er soll den Leib baden, es darf keine Trennung zwischen seinem Leibe und dem Wasser sein; im Wasser, in angesammeltem Wasser; den Leib im Wasser, worin sein ganzer Leib sich befindet; eine Elle zu einer Elle in einer Höhe von drei Ellen. Die Weisen berechneten das Wasser für das Tauchbad auf vierzig Seá. –
7Die Halakha ist wegen des Haares nötig, und zwar nach einer Lehre des Rabba b.R.Hona. Rabba b.R.Hona sagte nämlich: Ein verknotetes Haar ist eine Trennung, drei sind keine Trennung, von zweien weiß ich es nicht. –
8Aber auch hinsichtlich des Haares ist es ja aus der Tora, denn es heißt: er soll seinen ganzen Leib im Wasser baden, auch was zum Leibe gehört, nämlich das Haar!? –
9Die Halakha bezieht sich auf die kleinere Hälfte wegen der größeren, und auf das, worauf man nicht achtet, wegen dessen, worauf man achtet. Dies nach R.Jiçḥaq,
10denn R.Jiçḥaq sagte: Nach der Tora gilt es nur dann als Trennung, wenn die größere Hälfte [des Haares vom Wasser unberührt bleibt] und man darauf achtet, nicht aber, wenn man darauf nicht achtet, jedoch haben sie es auch bei der größeren Hälfte, wo man darauf nicht achtet, wegen der größeren Hälfte, wo man darauf achtet, und bei der kleineren Hälfte, wo man darauf achtet, wegen der größeren Hälfte, wo man darauf achtet, angeordnet. –
11Sollten sie es doch auch bei der kleineren Hälfte, wo man darauf nicht achtet, wegen der kleineren Hälfte, wo man darauf achtet, oder wegen der größeren Hälfte, wo man darauf nicht achtet, angeordnet haben!? –
12Bei dieser selbst ist es nur eine rabbanitische Anordnung, und wir sollten wegen einer Anordnung eine Anordnung verfügen!? –
13Die Lehre von den Umzäunungen ist ja aus der Tora,
14denn der Meister sagte, die Bundeslade habe neun [Handbreiten] und der Sühnedeckel eine Handbreite gehabt, zusammen zehn!? –
15Dies nach R.Jehuda, welcher sagt, das Gebäude selbst wurde mit einer Elle von sechs und die Geräte mit einer von fünf [Handbreiten] gemessen. –
16Wie ist es aber nach R.Meír zu erklären, welcher sagte, alles wurde mit der gewöhnlichen Elle gemessen!? –
17Nach R.Meír bezieht sich die Halakha auf die Dehnung, die Verbindung und die schiefe Wand.
18Um wieviel verringere man [den Durchgang], wenn er mehr als zwanzig Ellen hoch ist und man ihn verringern will? – Um wieviel man ihn verringere, soviel als nötig!? –
19Vielmehr, in welcher Weite verringere man ihn? R.Joseph sagt, eine Handbreite, Abajje sagt, vier [Handbreiten]. –
20Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: derjenige, der eine Handbreite sagt, ist der Ansicht, man dürfe [am Šabbath] unter dem Balken seine Arbeit verrichten,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.