Eruvin — Blatt 64a
1Dadurch hebst du ja für diese Durchgangsgasse das Gesetz vom E͑rub auf!? —
2Sie bereiten einen E͑rub. — Man würde ja aber sagen, der E͑rub sei wirksam, auch wenn da ein Nichtjude wohnt!? — Man macht es bekannt. —
3Eine Bekanntmachung für kleine Kinder!?
4Vielmehr, sagte Raba, gehe jemand von ihnen und freunde sich mit ihm an, sodann borge er von ihm einen Platz und lege da etwas nieder; er gleicht dann seinem Mietling und seinem Erntesammler, und R.Jehuda sagte im Namen Šemuéls, auch ein Mietling oder Erntesammler [des Nichtjuden] könne zum E͑rub beitragen, und dies genüge.
5Abajje fragte R.Joseph: Wie ist es, wenn sich da fünf Mietlinge oder fünf Erntesammler befinden? Dieser erwiderte: Sollten sie, weil sie es vom Mietling und vom Erntesammler erleichternd sagten, es auch erschwerend gesagt haben!?
6Der Text. R.Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Auch ein Mietling oder Erntesammler kann zum E͑rub beitragen, und das genügt. R.Naḥman sprach: Wie vortrefflich ist diese Lehre.
7R.Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wer ein Viertellog Wein getrunken hat, darf keine Entscheidung treffen. R.Naḥman sprach: Diese Lehre ist nicht zutreffend; so lange ich nicht ein Viertellog Wein getrunken habe, sind meine Gedanken nicht klar.
8Raba sprach zu ihm: Wieso sagt dies der Meister, R. Aḥa b.Ḥanina sagte ja: Es heißt: wer sich Huren gesellt, bringt sein Vermögen durch; wenn jemand sagt, diese Lehre sei gut und jene sei nicht gut, so bringt er das Vermögen der Tora durch!? Dieser erwiderte: Ich trete davon zurück.
9Rabba b. R.Hona sagte: Der Trunkene darf das Gebet nicht verrichten, hat er dies getan, so ist sein Gebet gültig; der Berauschte darf das Gebet nicht verrichten, hat er es getan, so ist sein Gebet ein Greuel. —
10Was heißt trunken und was heißt berauscht? — Wie folgt. R.Abba b. Šumani und R.Menasja b.Jirmeja aus Diphte verabschiedeten sich voneinander an der Fähre des Flusses Jopati, und sie sprachen: Jeder von uns sage etwas, was der andere nicht gehört hat; Mari b.R.Hona sagte nämlich, man verabschiede sich von seinem Nächsten nur bei einer Lehre, denn dadurch erinnert er sich seiner.
11Da begann der eine und sprach: Was heißt trunken und was heißt berauscht? Trunken heißt, wenn man noch vor dem König sprechen kann; berauscht heißt, wenn man vor dem König nicht mehr sprechen kann.
12Hierauf begann der andere und sprach: Was mache derjenige, der das Vermögen eines Proselyten in Besitz genommen hat, daß es ihm erhalten bleibe? Er kaufe dafür eine Torarolle. R.Šešeth sagte: Auch
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.