Eruvin — Blatt 72a
1und einer sagt, alle stimmen überein, daß, wenn Wein verwendet wird, beides erforderlich sei, und sie streiten nur, wenn Brot verwendet wird.
2Man wandte ein: Die Weisen sagen, entweder ein E͑rub oder eine Verbindung. Doch wohl: entweder ein E͑rub für die Höfe, mit Brot, oder eine Verbindung für die Durchgangsgasse, mit Wein!?
3R.Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Er meint es wie folgt: entweder ein E͑rub für die Höfe, aus Brot, und beide sind erlaubt, oder eine Verbindung für die Durchgangsgasse, aus Brot, und beide sind erlaubt.
4R.Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R.Meír. R.Hona sagte: Der Brauch ist wie R.Meír. R.Joḥanan sagte: Das Volk pflegt nach R.Meír zu verfahren.
5WENN FÜNF PARTEIEN DEN ŠABBATH IN EINEM SAALE VERBRINGEN, SO IST, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, EIN E͑RUB FÜR JEDE PARTEI BESONDERS, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, EIN E͑RUB FÜR ALLE ZUSAMMEN NÖTIG;
6DIESE PFLICHTET JEDOCH BEI, DASS, WENN MANCHE IN KAMMERN ODER SÖLLERN WEILEN, EIN E͑RUB FÜR JEDE PARTEI BESONDERS NÖTIG SEI.
7GEMARA. R.Naḥman sagte: Der Streit besteht nur bei einem Gitterwerke, bei einer zehn [Handbreiten] hohen Wand aber stimmen alle überein, daß ein E͑rub für jede Partei besonders nötig sei. Manche lesen: R.Naḥman sagte: Der Streit besteht auch bei einem Gitterwerke.
8Hierüber streiten R.Ḥija und R.Šimo͑n b. Rabbi: einer sagt, der Streit bestehe bei bis zur Decke reichenden Wänden, bei nicht bis zur Decke reichenden Wänden stimmen alle überein, daß ein E͑rub für alle zusammen reiche; und einer sagt, der Streit bestehe bei nicht bis zur Decke reichenden Wänden, bei bis zur Decke reichenden Wänden stimmen alle überein, daß für jede Partei besonders ein E͑rub nötig sei.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.