Eruvin — Blatt 74a

1wenn Häuser und Höfe nach dieser geöffnet sind; Šemuél sagt, auch ein Haus und ein Hof; R.Joḥanan sagt, selbst eine Ruine.

2Abajje fragte R.Joseph: Sagt es R.Joḥanan auch von einem Weinbergstege? Dieser erwiderte: R.Joḥanan sagt es nur von einer Ruine, die als Wohnung brauchbar ist, nicht aber von einem Weinbergstege, der nicht als Wohnung brauchbar ist.

3R.Hona b. Ḥenana sprach: R.Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht. Wir haben nämlich gelernt: R.Šimo͑n sagte, sowohl Dächer, als auch Gehege und Höfe seien ein Gebiet hinsichtlich der Geräte, die sich am Šabbath da befinden, nicht aber hinsichtlich der Geräte, die sich am Šabbath im Hause befinden.

4Hierzu sagte Rabh, die Halakha sei wie R.Šimo͑n, jedoch nur dann, wenn sie da keinen E͑rub bereitet haben, wenn sie aber einen E͑rub bereitet haben, berücksichtigen wir, man könnte verleitet werden, Sachen aus den Häusern nach dem Hofe zu bringen.

5Šemuél aber sagte, ob sie da einen E͑rub bereitet haben oder nicht. Ebenso sagte R.Joḥanan, die Halakha sei wie R.Šimo͑n, ob sie da einen E͑rub bereitet haben oder nicht. Demnach berücksichtigen wir nicht, man könnte verleitet werden, Sachen aus den Häusern nach dem Hofe zu bringen, ebenso berücksichtigen wir hierbei nicht, man könnte verleitet werden, Sachen aus dem Hofe nach der Ruine zu bringen.

6R.Beruna saß und trug diese Lehre vor; da sprach R.Elea͑zar zu ihm: Jünger des Lehrhauses, sagte Šemuél dies? Dieser erwiderte: Freilich. Da sprach jener: So zeige mir seine Wohnung. Dieser zeigte sie ihm. Hierauf kam er zu Šemuél und sprach zu ihm: Sagte der Meister dies? Dieser erwiderte: Jawohl. –

7Der Meister selbst sagte ja aber, daß wir uns beim [Gesetze vom] E͑rub an den Wortlaut unserer Mišna zu halten haben: die Durchgangsgasse ist für die Höfe das, was der Hof für die Häuser!? Dieser schwieg. –

8Hat er [diese Erwiderung] anerkannt oder nicht? – Komm und höre: Abuha b.Ihi setzte an der Durchgangsgasse, in der er wohnte, einen Pfosten, und Šemuél erlaubte es.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.