Eruvin — Blatt 74b
1Als später R.A͑nan kam und ihn umstürzte, sprach jener: Ich wohne in dieser Durchgangsgasse seit jeher auf Veranlassung des Meisters Šemuél, und nun kommt R.A͑nan b.Rabh und stürzt ihn um! Hieraus ist zu entnehmen, daß er sie nicht anerkannt hat. –
2Tatsächlich, kann ich dir erwidern, hat er sie wohl anerkannt, und da [erlaubte er es deshalb], weil ein Kastellan in seinem Hause zu speisen und im Bethause zu übernachten pflegte.
3Abuha b.Ihi war der Ansicht, der Raum des Speisens sei ausschlaggebend, Šemuél aber vertrat hierbei seine Ansicht, daß der Raum des Übernachtens ausschlaggebend sei.
4R.Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn auf der einen Seite der Durchgangsgasse ein Nichtjude und auf der anderen Seite ein Jisraélit wohnt, so können [seine Nachbarn] mit diesem keinen E͑rub machen, um [Sachen] durch ihre Fenster und seine Tür nach der Durchgangsgasse zu bringen.
5Abajje fragte R.Joseph: Sagte dies Rabh auch von einem Hofe? Dieser erwiderte: Jawohl. Wenn er es von diesem nicht gesagt hätte,
6so könnte man annehmen, Rabh [sage es] aus dem Grunde, weil er der Ansicht ist, die Durchgangsgasse werde durch Pfosten und Balken nur dann erlaubt, wenn Häuser und Höfe nach dieser geöffnet sind. –
7Wozu beides? – Dies ist nötig. Würde er nur jenes gelehrt haben,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.