Eruvin — Blatt 78a
1Wenn man an einen aus der Wand ragenden Vorsprung von vier zu vier [Handbreiten] eine irgendwie [breite] Leiter setzt, so ist dies eine Verminderung;
2aber nur dann, wenn man sie auf diesen stützt, wenn aber neben diesem, so hat man ihn nur verbreitert.
3Ferner sagte R.Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha: Eine neunzehn [Handbreiten hohe] Wand bedarf eines Vorsprunges, damit es erlaubt sei;
4eine zwanzig [hohe] Wand bedarf zweier Vorsprünge, damit es erlaubt sei. R.Ḥisda sagte: Aber nur dann, wenn sie nicht übereinander vorstehen.
5R.Hona sagte: Wenn man auf einen zehn [Handbreiten] hohen und vier breiten Pfahl auf öffentlichem Gebiete einen Pflock irgendwie [stark] hineinsteckt, so ist dies eine Verminderung.
6R.Ada b.Ahaba sagte: Wenn er drei [Handbreiten] hoch ist. Abajje und Raba sagten beide: Auch wenn er keine drei [Handbreiten] hoch ist,
7weil er nicht mehr zu benutzen ist.
8R.Aši sagte: Auch wenn er drei [Handbreiten] hoch ist, weil man daran etwas anhängen kann.
9R.Aḥa, Sohn Rabas, fragte R.Aši: Wie ist es, wenn man ihn ganz mit Pflöcken beschlagen hat?
10Dieser erwiderte: Hast du denn nicht das gehört, was R.Joḥanan gesagt hat, daß nämlich die Grube und der Schuttwall [zur Tiefe von] zehn [Handbreiten] vereinigt werden?
11Weshalb denn, sie ist ja nicht zu benutzen!? Du mußt also sagen, man kann etwas darauflegen und sie benutzen, ebenso kann man auch hierbei etwas darauflegen und ihn benutzen.
12R.Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Eine zehn [Handbreiten] hohe Wand bedarf einer vierzehn [langen] Leiter, damit es erlaubt sei. R. Joseph sagte: Auch etwas über dreizehn.
13Abajje sagte: Auch etwas über elf. R.Hona, Sohn des
14R.Jehošua͑, sagte: Auch etwas über sieben.
15Rabh sagte: Es ist mir überliefert, daß die senkrecht stehende Leiter eine Verminderung bilde, ich kenne aber nicht den Grund.
16Šemuél sprach: Wieso kennt Abba den Grund nicht, bei dieser verhält es sich ja ebenso, wie bei einem Podium auf einem Podium.
17Rabba sagte im Namen R.Ḥijas: Die babylonischen Dattelpalmen brauchen nicht befestigt zu werden, weil sie es schon durch ihre Schwere sind.
18R.Joseph sagte im Namen R.Oša͑jas: Die babylonischen Leitern brauchen nicht befestigt zu werden, weil sie es schon durch ihre Schwere sind.
19Nach demjenigen, der dies von einer Leiter lehrt, gilt dies um so eher von der Dattelpalme, und nach demjenigen, der dies von einer Dattelpalme lehrt, gilt dies nicht von der Leiter.
20R.Joseph fragte Rabba: Wie ist es, wenn zwei Leitern durch Stroh verbunden werden?
21Dieser erwiderte: Der Fuß kann auf diese nicht treten. –
22Wie ist es, wenn die Strohsprossen an beiden Seiten sich befinden und die Leiter in der Mitte? Dieser erwiderte: Auf diese kann der Fuß treten. –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.