Eruvin — Blatt 80b

1Anders ist es da, wo keine Wände vorhanden sind.

2(Eine andere Lesart: An der Seite ist es anders.)

3Es wurde gelehrt: R.Ḥija b. Aši sagte, man dürfe aus einer Ašera einen Pfosten machen; R.Šimo͑n b.Laqiš sagte, man dürfe aus einer Ašera einen Balken machen.

4Nach dem, der dies vom Balken lehrt, gilt dies um so mehr vom Pfosten; nach dem aber, der dies vom Pfosten lehrt, gilt dies nicht vom Balken, weil das Maß zertrümmert ist.

5IST DIE SPEISE VERMINDERT WORDEN, SO FÜGE MAN [DAS FEHLENDE] HINZU UND EIGNE ES IHNEN ZU, UND MAN BRAUCHT ES IHNEN NIGHT MITZUTEILEN. SIND [BETEILIGTE] HINZUGEKOMMEN, SO FÜGE MAN HINZU UND EIGNE ES IHNEN ZU, UND MAN MUSS ES IHNEN MITTEILEN.

6WELCHES QUANTUM [IST DAZU ERFORDERLICH]? SIND ES VIELE, SPEISE FÜR ZWEI MAHLZEITEN FÜR ALLE ZUSAMMEN, SIND ES WENIGE, [DAS QUANTUM EINER] DÖRRFEIGE FÜR JEDEN BESONDERS.

7R.JOSE SAGTE: DIESE WORTE GELTEN NUR VOM URSPRÜNGLICH [NIEDERGELEGTEN] E͑RUB, FÜR DEN ÜBERREST ABER REICHT AUCH JEDES [QUANTUM].

8ÜBERHAUPT HABEN SIE DIE VEREINIGUNG DER HÖFE DURCH EINEN E͑RUB NUR DESHALB ANGEORDNET, DAMIT ES BEI DEN KINDERN NICHT IN VERGESSENHEIT GERATE.

9GEMARA. Worum handelt es sich: wollte man sagen, wenn man von derselben Art [hinzufügt], wieso ‘vermindert’, auch wenn nichts mehr da war, ist ja [keine Mitteilung nötig],

10und wollte man sagen, von einer anderen Art, so ist es ja nötig, auch wenn nur vermindert!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn von der Speise nichts mehr da war, so braucht man, falls man von derselben Art [hinzufügt], es nicht mitzuteilen, wenn aber von einer anderen Art, so muß man es mitteilen!? –

11Wenn du willst, sage ich: von derselben Art, und wenn du willst, sage ich: von einer anderen Art. Wenn du willst, sage ich: von derselben Art, denn unter ‘vermindert’ ist zu verstehen, wenn er ganz fort ist;

12wenn du aber willst, sage ich: von einer anderen Art, denn anders ist es, wenn er ganz fort ist.

13SIND [BETEILIGTE] HINZUGEKOMMEN, SO FÜGE MAN HINZU UND EIGNE ES IHNEN ZU &C. R.Šezbi sagte im Namen R.Ḥisdas: Dies besagt, daß die Genossen R.Jehudas gegen ihn streiten.

14Wir haben nämlich gelernt: R.Jehuda sagte, diese Worte gelten nur vom Gebiet-E͑rub, beim Hof-E͑rub aber kann dies sowohl mit seinem Wissen als auch ohne sein Wissen erfolgen. – Selbstverständlich streiten sie!? –

15Man könnte glauben, [unsere Mišna spreche] von einem Hofe zwischen zwei Durchgangsgassen, nicht aber von einem Hofe in einer Durchgangsgasse, so lehrt er uns.

16WELCHES QUANTUM [IST DAZU ERFORDERLICH] &C. Was heißt ‘viele’? R.Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Achtzehn Personen. – Achtzehn und nicht mehr!? – Sage: von achtzehn an. –

17Weshalb gerade achtzehn? R. Jiçḥaq, Sohn des R.Jehuda, erwiderte: Mir wurde es von meinem Vater erklärt: wenn man es für zwei Mahlzeiten einteilen und auf jeden einzelnen nicht [das Quantum] einer Dörrfeige kommen würde, so heißt dies ‘viele’, und Speise für zwei Mahlzeiten ist ausreichend, sonst aber sind es wenige.

18Nebenbei lehrt er uns, daß zwei Mahlzeiten [ein Quantum] von achtzehn Dörrfeigen haben.

19MIT ALLEM DARF MAN EINEN E͑RUB MACHEN ZUR VEREINIGUNG UND ZUR VERBINDUNG, AUSSER MIT WASSER ODER SALZ – SO R.ELIE͑ZER. R.JEHOŠUA͑ SAGT, NUR EIN [GANZER] LAIB DIENE ALS E͑RUB; MIT EINEM STÜCKE, SELBST VON EINEM SEÁGEBÄCK, KANN MAN KEINEN E͑RUB MACHEN, MIT EINEM GANZEN, SELBST WIE EIN ASSAR, KANN MAN EINEN E͑RUB MACHEN.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.