Eruvin — Blatt 81a

1GEMARA. Dies haben wir ja bereits einmal gelernt: mit allem darf man einen E͑rub machen zur Vereinigung und zur Verbindung, außer mit Wasser oder Salz!?

2Rabba erwiderte: Dies schließt die Ansicht R. Jehošua͑s aus; dieser sagt, nur mit einem Laib und nicht mit anderem, so lehrt er uns: mit allem.

3Abajje wandte gegen ihn ein: Mit allem darf man einen E͑rub zur Vereinigung von Höfen und zur Verbindung für Durchgangsgassen machen, und nur vom E͑rub zur Vereinigung von Höfen sagten sie, daß es mit Brot erfolgen müsse. Derjenige, welcher sagt, nur mit Brot und nicht mit etwas anderem, ist ja R.Jehošua͑, und er lehrt: mit allem!?

4Vielmehr, erklärte Rabba b.Bar Ḥana, dies schließt die Ansicht R.Jehošua͑s aus; dieser sagt, nur mit einem ganzen, nicht aber mit einem Stücke, so lehrt er uns: mit allem. –

5Weshalb nicht mit einem Stücke? R.Jose b.Šaúl erwiderte im Namen Rabbis: Wegen etwaiger Unverträglichkeit.

6R.Aḥa, der Sohn Rabas, fragte R.Aši: Wie ist es, wenn alle zum E͑rub Stücke beitragen? Dieser erwiderte: Dadurch könnte ein Mißbrauch wieder eingeführt werden.

7R.Joḥanan b.Šaúl sagte: Fehlt daran das Quantum der Teighebe oder der Bemischung, so ist es zum E͑rub brauchbar. —

8Es wird ja aber gelehrt, wenn [vom Brote] das Quantum der Bemischung fehlt, es zum E͑rub brauchbar sei, und wenn das Quantum der Teighebe, es zum E͑rub nicht brauchbar sei!? –

9Das ist kein Einwand; das eine gilt von der Teighebe eines Bäckers, und das andere von der Teighebe eines Hausherrn.

10Wir haben nämlich gelernt: Das Quantum der Teighebe ist ein Vierundzwanzigstel; ob man den Teig für sich selbst oder für das Hochzeitsmahl seines Sohnes bereitet, immer ein Vierundzwanzigstel. Der Bäcker, der für den Marktverkauf, oder eine Frau, die für den Marktverkauf bereitet, gebe nur ein Achtundvierzigstel.

11R.Ḥisda sagte: Hat man [ein zerstückeltes Brot] mit einem Spane zusammengesteckt, so ist es zum E͑rub brauchbar. – Es wird ja aber gelehrt, es sei zum E͑rub nicht brauchbar!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn die Naht zu merken ist, das andere, wenn die Naht nicht zu merken ist.

12R.Zera sagte im Namen Šemuéls: Man darf einen E͑rub aus Reis- und Hirsebrot machen. Mar U͑qaba sagte: Mir wurde von Meister Šemuél erklärt, man dürfe einen E͑rub aus Reisbrot machen, nicht aber dürfe man einen E͑rub aus Hirsebrot machen.

13R.Ḥija b.Abin sagte im Namen Rabhs: Man darf einen E͑rub aus Linsenbrot machen. – Dem ist ja aber nicht so; als man einst zur Zeit des Meisters Šemuél ein solches machte, warf er es vor seinen Hund und aß es nicht!? –

14Jenes war aus verschiedenen Arten gemacht worden. So heißt es auch: du aber hole dir Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen und Hirse &c.

15R.Papa erklärte: Jenes war mit Menschenkot gebacken worden. So heißt es auch: dieses sollst du vor ihren Augen auf Ballen von Menschenkot backen. –

16Was heißt: du sollst es als Gerstenkuchen essen? R.Ḥama erwiderte: In Rationen. R.Papa erklärte: Es sollte wie Gerstenbrot und nicht wie Weizenbrot zubereitet werden.

17MAN DARF BEI EINEM KRÄMER ODER EINEM BÄCKER EINE MAA͑ HINTERLEGEN, DAMIT ER IHM [DEN BEITRAG ZUM] E͑RUB ZUEIGNE – SO R.ELIE͑ZER;

18DIE WEISEN SAGEN, ER WERDE IHM DURCH DAS GELD NICHT ZUGEEIGNET.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.