Eruvin — Blatt 85b

1und die mittelste ist verboten.

2R.Beruna saß und trug diese Lehre vor, da sprach R.Elea͑zar zu ihm: Jünger des Lehrhauses, sagte Rabh dies? Dieser erwiderte: Freilich. – So zeige mir seine Wohnung. Dieser zeigte sie ihm. Hierauf kam er zu Rabh und sprach zu ihm: Sagte der Meister dies? Dieser erwiderte: Jawohl.

3Jener sprach: Der Meister selbst sagte ja aber, daß, wenn mit dem einen durch Hinableiten und mit dem anderen durch Werfen, es beiden verboten sei!?

4Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, [dies gelte von dem Falle,] wenn sie in einer Reihe stehen; nein, wenn sie im Dreieck stehen.

5R.Papa sprach zu Raba: Es wäre anzunehmen, daß Šemuél nichts von dem hält, was R.Dimi gesagt hat. Als R.Dimi kam, sagte er nämlich im Namen R.Joḥanans: Auf einem Raume von weniger als vier zu vier [Handbreiten ] dürfen sowohl die Leute auf dem öffentlichen Gebiete ab auch die Leute auf dem Privatgebiete ihre Last schultern, jedoch nicht tauschen.

6Da handelt es sich um Gebiete der Tora, hier aber um rabbanitische Gebiete, und die Rabbanan haben für ihre Worte eine größere Festigung getroffen, als für die der Tora.

7Rabina sprach zu Raba: Kann Rabh dies denn gesagt haben, es wurde ja gelehrt: [Wenn jemand] zwei Häuser auf beiden Seiten des öffentlichen Gebietes hat, so darf er, wie Rabba b. R.Hona im Namen Rabhs sagt, nichts aus einem in das andere werfen, und wie Šemuél sagt, wohl aus einem in das andere werfen!?

8Dieser erwiderte: Wir haben es ja erklärt, wenn das eine höher und das andere niedriger ist, weil [der Gegenstand] fortrollen und man ihn zu holen verleitet werden könnte.

9WENN JEMAND SEINEN ÉRUB IN EINEM TORHÄUSCHEN, IN EINER VERANDA ODER IN EINER GALERIE NIEDERLEGT, SO IST ER KEIN E͑RUB; WOHNT DA JEMAND, SO MACHT ER NICHT VERBOTEN.

10WENN IN EINEM STROHSCIIUPPEN, IN EINEM RINDERSTALL, IN EINEM HOLZSTALL ODER IN EINEM SPEICHER, SO IST DER E͑RUB GÜLTIG; WOHNT DA JEMAND, SO MACHT ER VERBOTEN. R. JEHUDA SAGT, WENN DER HAUSHERR DA ZÜTRITT HAT, MACHE [DER BEWOHNER] NICHT VERBOTEN.

11GEMARA. R.Jehuda, Sohn des R.Šemuél b.Šilath, sagte: Wenn man seinen E͑rub auf eine Stelle niederlegt, von der [die Weisen] gesagt haben, daß, wenn jemand da wohnt, er verboten mache, so ist er kein E͑rub, ausgenommen das einem einzelnen gehörende Torhäuschen. Auf eine Stelle, von der die Weisen gesagt haben, man dürfe da keinen E͑rub niederlegen, darf man den [E͑rub zur] Verbindung niederlegen, ausgenommen der Luftraum der Durchgangsgasse.

12Was lehrt er uns da, wir haben ja gelernt, daß, wenn jemand seinen E͑rub in einem Torhäuschen, in einer Veranda oder in einer Galerie niederlegt, er kein E͑rub sei; nur kein E͑rub, wohl aber zur Verbindung!?

13Dies ist wegen des einem einzelnen gehörenden Torhäuschens und wegen des Luftraumes einer Durchgangsgasse nötig, von denen nichts gelehrt wird. Desgleichen wird gelehrt: Wenn jemand den E͑rub in einem Torhäuschen, in einer Veranda, in einer Galerie, in einem Hofe oder in einer Durchgangsgasse niederlegt, so ist er gültig. Wir haben ja aber gelernt, er sei kein E͑rub!? Vielmehr lese man: gültig als [E͑rub zur] Verbindung.

14Er ist ja in der Durchgangsgasse nicht verwahrt!? – Sage: in einem Hofe der Durchgangsgasse.

15R.Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn eine Gesellschaft bei Tisch sitzt und die Heiligkeit des Tages eintritt, so können sie das Brot auf dem Tische als E͑rub bestimmen. Manche sagen, als Verbindung.

16Rabba sagte: Sie streiten nicht; das eine, wenn sie in der Wohnung speisen, und das andere, wenn sie im Hofe speisen.

17Abajje sprach zu Rabba: Es gibt eine Lehre als Stütze für dich: Der E͑rub zur Vereinigung des Hofes wird im Hofe und zur Verbindung für die Durchgangsgasse wird in der Durchgangsgasse [niedergelegt]. Dagegen wandten wir ein: Wieso der Hof-E͑rub im Hofe, wir haben ja gelernt, daß, wenn man den E͑rub in einem Torhäuschen, in einer Veranda oder in einer Galerie niederlegt, er kein E͑rub sei!? Vielmehr lese man: der E͑rub zur Vereinigung des Hofes in einem Hause des Hofes und zur Verbindung für die Durchgangsgasse in einem Hofe der Durchgangsgasse.

18R.JEHUDA SAGT, WENN [DER HAUSHERR] DA ZUTRITT HAT &C. Was heißt Zutritt? – Wie zum Beispiel bei den Höfen des Bonius b. Bonius.

19Einst kam er zu Rabbi, und dieser sprach: Macht Platz für den Mann von hundert Minen. Darauf kam ein anderer, und er sprach:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.