Gittin — Blatt 4a

1ihn unterzeichnet und ihr gegeben hat, er gültig sei!? Wolltest du erwidern, nur nach der Tora, so sollte es heißen; R. Meír sei der Ansicht, nach der Tora!? –

2Vielmehr, tatsächlich ist es R. Elea͑zar, und nur in dem Falle, wenn keine Zeugen unterzeichnet sind, ist nach ihm eine Unterschrift auf ihren Namen nicht erforderlich, wenn aber Zeugen unterzeichnet sind, so ist dies erforderlich, denn R. Abba sagte, R. Elea͑zar pflichte bei, daß, wenn diese falsch ist, er ungültig sei.

3R. Aši erwiderte: Es ist R. Jehuda, denn wir haben gelernt: nach R. Jehuda ist er ungültig, es sei denn, daß er beim Schreiben und beim Unterschreiben abgetrennt war. –

4Weshalb ist [die Mišna] nicht von vornherein R. Jehuda addiziert worden!? –

5Wir bestreben uns, sie R. Meír zu addizieren, weil eine anonyme Mišna auf R. Meír zurückzuführen ist, ebenso R. Elea͑zar, weil beim [Gesetze von der] Scheidung die Halakha nach ihm zu entscheiden ist.

6Wir haben gelernt: R. Gamliél sagt, auch wer einen aus Reqem oder Ḥeger bringt; R. Elie͑zer sagt, auch wer einen aus Kephar Ludim nach Lud bringt. Hierzu sagte Abajje, hier werde von den Städten gesprochen, die sich in der Nähe des Jisraéllandes befinden, und die in das jisraélländische Gebiet hineinragen.

7Ferner sagte Rabba b. Bar Ḥana, er habe diesen Ort gesehen, und er gleiche [der Entfernung] von Bei Kube bis Pumbeditha.

8Demnach ist der erste Autor der Ansicht, bei diesen sei es nicht nötig, somit besteht ihr Streit wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, und diese wissen es, und einer ist der Ansicht, weil Zeugen zur Bestätigung selten sind, und auch da sind sie selten. –

9Nein, Rabba erklärt es nach seiner Ansicht, und Raba erklärt es nach seiner Ansicht. Rabba erklärt es nach seiner Ansicht; alle sind der Ansicht, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse, und ihr Streit besteht in folgendem: der erste Autor ist der Ansicht, die nahen [Orte] wissen es,

10R. Gamliél ist der Ansicht, nur die hineinragenden wissen es, die nahen aber nicht, und R. Elie͑zer ist der Ansicht, dies gelte auch von den hineinragenden, um beim Überseelande keinen Unterschied zu machen.

11Raba erklärt es nach seiner Ansicht; alle sind der Ansicht, weil Zeugen zur Bestätigung selten sind, nur ist der erste Autor der Ansicht, in den nahen [Orten] sind solche häufig,

12R. Gamliél ist der Ansicht, nur in den hineinragenden sind solche häufig, nicht aber in den nahen, und R. Elie͑zer ist der Ansicht, dies gelte auch von den hineinragenden, um beim Überseelande keinen Unterschied zu machen. –

13Wir haben gelernt: Die Weisen sagen, nur wer einen aus dem Überseelande bringt oder einen da hinbringt, müsse sagen: er ist vor mir geschrieben und vor mir unterzeichnet worden. Demnach ist der erste Autor der Ansicht, der Hinbringende brauche es nicht, somit besteht wahrscheinlich ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, weil sie nicht wissen, daß es auf ihren Namen erfolgen müsse,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.