Gittin — Blatt 69b

1gieße sie auf drei Kohlwurzeln und rühre es mit einem Spane von Marmahinholz um; wenn der Marmahinspan gar ist, ist alles gar. Wenn nicht dies, so nehme man Kot von einem weißen Hunde und knete ihn mit Harz. Soweit möglich, esse man keinen Kot, denn er lockert [die Glieder],

2Gegen Beängstigung hole man einen Lilithpfeil, wende ihn um, gieße Wasser darüber und trinke es. Wenn nicht dies, so nehme man Wasser, von dem ein Hund nachts getrunken hat; jedoch achte man darauf, daß es nicht offen gestanden hat. Gegen Offengestandenes nehme man ein Maß reinen Wein.

3Gegen Blattern nehme man ein Maß Wein mit roter Aloe.

4Gegen Herzschwäche nehme man drei Gerstenkuchen, weiche sie in Quarkbrei, der keine vierzig Tage alt ist, und esse sie; nachher trinke man verschnittenen Wein. R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Dies verursacht ja erst recht Herzschwäche!? Dieser erwiderte: Ich sagte dies gegen Herzbeschwerden.

5Gegen Herzschwäche aber nehme man drei Gerstenkuchen, weiche sie in Honig und esse sie; nachher trinke man reinen Wein.

6Gegen Herzschmerzen nehme man drei Eier Minze, ein Ei Kümmel, ein Ei Mohn und esse es.

7Gegen Darmschmerzen hole man dreihundert lange Pfefferkörner und jeden Tag trinke man hundert von diesen mit Wein. Rabin aus Nereš bereitete für die Tochter R. Ašis hundertundfünfzig von den unsrigen zu, und sie genas.

8Gegen den Leibwurm nehme man ein Maß Wein mit Lorbeerblättern. Gegen den weißen Leibwurm nehme man Raukensamen, wickle sie in einen Baumwolllappen, weiche sie in Wasser und trinke es. Man achte jedoch, daß man kein Samenkorn [verschlucke], denn es könnte ihm die Därme durchlöchern.

9Zur Stillung [des Durchfalles] nehme man feuchten Sison in Wasser. Zur Förderung nehme man getrockneten in Wasser. Als Merkzeichen diene dir: feuchte Binsen zum Verstopfen des Flusses.

10Gegen Milz[krankheit] hole man sieben Wasserblutegel, trockne sie im Schatten, und jeden Tag trinke man zwei oder drei in Wein. Wenn nicht dies, so hole man die Milz einer Ziege, die noch nicht geworfen hat, hefte sie an einen Ofen, stelle sich davor und spreche: wie diese Milz trocken wird, so werde auch die Milz des N., des Sohnes der N,, trocken.

11Wenn nicht dies, so drücke man sie zwischen die Balkenschichte eines neuen Hauses und spreche dasselbe. Wenn nicht dies, so suche man nach einem Toten, der am Šabbath gestorben ist, und lege die Hand von diesem auf seine Milz und spreche: wie diese Hand vertrocknet ist, so werde die Milz des N., des Sohnes der N., trocken.

12Wenn nicht dies, so hole man einen Fisch, brate ihn in einer Schmiede und esse ihn mit Wasser der Schmiede und trinke nachher vom Wasser der Schmiede. Einst trank eine Ziege vom Wasser einer Schmiede, und als man sie schlachtete, fand man bei ihr keine Milz.

13Wenn nicht dies, so öffne man auf seinen Namen ein Faß Wein. R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Asi: Wer ein Faß Wein hat, kommt nicht zum Meister; vielmehr [esse man] regelmäßig das Morgenbrot, denn dies ist zuträglich für den ganzen Körper.

14Gegen Unterleibsschmerzen nehme man Akakia, Ilva, Quecksilber, Silberschlacke, eine Kapsel Gewürze, Taubenkot und lege sie im Sommer in einen Lappen aus Leinen und im Winter in einen solchen aus Baumwolle. Wenn nicht dies, so trinke man verdünnten Met.

15Gegen Hüftenkrämpfe nehme man einen Topf Fischtunke und reibe damit sechzigmal die eine Hüfte und sechzigmal die andere Hüfte.

16Gegen Blasenstein nehme man drei Tropfen Teeröl, drei Tropfen Lauchsaft, drei Tropfen klaren Wein und bestreiche damit einem Manne das Glied und einer Frau jene Stelle.

17Wenn nicht dies, so nehme man das Hängsel eines Schlauches und hänge es einem Manne an das Glied und einer Frau an die Brüste. Wenn nicht dies, so nehme man einen Karmesinfaden, den eine Verrufene, Tochter einer Verrufenen, gesponnen hat, und hänge ihn einem Manne an das Glied und einer Frau an die Brüste.

18Wenn nicht dies, so nehme man eine Laus von einem Manne und eine von einer Frau, und lege sie einem Manne auf das Glied und einer Frau auf jene Stelle. Wenn sie urinieren, so sollen sie dies auf einen trockenen Zweig in einer Türpfanne, und auf den herauskommenden Stein achten, denn dieser ist gegen jedes Fieber wirksam.

19Gegen äußeres Fieber nehme man drei Maß Dattelkerne und drei Maß Eichenblätter, koche jedes besonders, setze sich zwischen diese, tue sie in zwei Gefäße und hole einen Tisch und stelle sie auf diesen; sodann stehe man von dem einen auf und gehe zum anderen, und stehe vom anderen auf und gehe zu jenem, bis man erhitzt wird, und bade darin. Wenn man vom Wasser trinkt, so trinke man nur vom Wasser der Eichenblätter, nicht aber vom Wasser der Dattelkerne, weil es steril macht.

20Gegen inneres Fieber nehme man sieben Handvoll Mangold aus sieben Beeten, koche sie mit der Erde und esse davon; sodann trinke man Eichenblätter in Met

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.