Jevamot — Blatt 115b
1Da bekundeten sie vielmehr, daß man sie aus dem Wasser geholt und sie sie sofort an Zeichen erkannt haben, sodaß man sich gar nicht auf sie verließ.
2Einst gab jemand seinem Genossen Sesam in Verwahrung, und als jener ihn zurück verlangte, erwiderte er ihm: Du hast ihn bereits erhalten. – Es war ja so und so viel und befindet sich noch im Fasse. Dieser erwiderte: Deinen hast du bereits erhalten, und dieser ist ein anderer.
3R. Ḥisda wollte entscheiden, dies gleiche jenem Falle von den zwei Schriftgelehrten, wobei man nicht sagte, jene seien fort und diese seien andere.
4Da sprach Raba zu ihm: Es ist nicht gleich; da gaben sie Kennzeichen an, welche Kennzeichen aber gibt es beim Sesam!? [Die Übereinstimmung] des Quantums aber, die er angibt, kann Zufall sein.
5MarQašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: Ist denn zu berücksichtigen, er kann [den Inhalt] geleert haben, wir haben ja gelernt, daß, wenn jemand ein Gefäß findet mit Q gezeichnet, dies ‘Qorban’ [Opfer], mit M, dies ‘Maa͑ser’ [Zehnt], mit D, dies ‘Demaj’, mit Ṭ, dies ‘Ṭebel’ [Unverzehntetes], und mit T, dies ‘Teruma’[Hebe] heiße, denn zur Zeit der Gefahr schrieb man T statt ‘Teruma’!?
6Rabbina sprach zu R. Aši: Ist etwa nicht zu berücksichtigen, er kann [den Inhalt] geleert haben, im Schlußsätze wird ja gelehrt: R. Jose sagt, selbst wenn man ein Faß findet und ‘Teruma’ darauf geschrieben ist, gelte [der Inhalt] als profan, denn man nehme an, im Vorjahre war zwar Hebe darin, jedoch sei es geleert worden!?
7Vielmehr stimmen alle überein, es sei zu berücksichtigen, er kann [den Inhalt] geleert haben, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, wenn er [den Inhalt] geleert hätte, würde er [das Signum] abgekratzt haben, und einer ist der Ansicht, er kann dies vergessen oder zur Abschreckung zurückgelassen haben.
8Jiçḥaq der Exilarch, ein Schwesterssohn R. Bebajs, reiste von Cordova nach Spanien und starb da. Hierauf berichteten sie von dort: Jiçḥaq der Exilarch, der Schwesterssohn R. Bebajs, reiste von Cordova nach Spanien und starb da. Berücksichtige man zwei [Personen namens] Jiçḥaq oder nicht? Abajje erwiderte, man berücksichtige dies, Raba erwiderte, man berücksichtige dies nicht.
9Abajje sprach: Ich entnehme es aus folgendem. Einst wurde in Nehardea͑ ein Scheidebrief gefunden, in dem geschrieben stand: Neben der Stadt Colonia. Ich David, Sohn Nehilajs, aus Nehardea͑, habe meine Frau N. entlassen und verabschiedet. Der Vater Šemuéls sandte ihn zu R. Jehuda dem Fürsten, und dieser ließ ihm sägen, ganz Nehardea͑ sei zu untersuchen. –
10Und Raba!? – Demnach sollte die ganze Welt untersucht werden. Er erwiderte dies nur aus Achtung vor dem Vater Šemuéls.
11Raba sprach: Ich entnehme es aus folgendem. Einst wurden in Mahoza Urkunden präsentiert, die auf Ḥabi b. Nanaj und Nanaj b. Ḥabi lauteten, und Rabba b. Abuba ließ durch diese Geld einfordern; und in Mahoza waren ja mehrere [Personen namens] Ḥabi b. Nanaj und Nanaj b. Ḥabi. – Und Abajje!? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.