Jevamot — Blatt 116a
1Was war da zu befürchten: wenn das Verlieren, so ist man mit solchen vorsichtig, wenn Verwahrung, so gibt man solche nicht einem, der denselben Namen führt, zur Verwahrung,
2und wenn etwa, er könnte sie ihm nur übergeben haben, so werden Buchstaben durch Übergabe erworben.
3Einst wurde in Sura ein Scheidebrief gefunden, in dem geschrieben stand: In der Stadt Sura. Ich A͑nan, Sohn Ḥijas, aus Nehardea͑, habe meine Frau entlassen und verabschiedet. Die Rabbanan forschten von Sura bis Nehardea͑ nach, und fanden keinen zweiten A͑nan, Sohn Ḥijas, außer A͑nan, Sohn Ḥijas, aus Ḥagra, der in Nehardea͑ weilte, und Zeugen kamen und bekundeten, daß an jenem Tage, an dem der Scheidebrief geschrieben wurde, jener A͑nan, der Sohn Ḥijas, aus Ḥagra, mit ihnen zusammen war.
4Abajje sprach: Auch nach meiner Ansicht, dies sei zu berücksichtigen, ist hierbei nichts zu berücksichtigen; von jenem bekundeten Zeugen, daß er in Nehardea͑ war, wie sollte er in Sura gewesen sein.
5Raba sprach: Auch nach meiner Ansicht, dies sei nicht zu berücksichtigen, ist es hierbei zu berücksichtigen, denn er kann mit einem Rennkamel oder durch einen [Wunder]sprung hingekommen sein, ebenso kann er einen Auftrag erteilt haben.
6So sagte Rabh zu den Schreibern, und ebenso sagte R. Hona zu den Schreibern: Wenn ihr euch in Šili befindet, so schreibt Šili, auch wenn der Auftrag euch in Hini erteilt worden ist, und wenn ihr euch in Hini befindet, so schreibt Hini, auch wenn der Auftrag euch in Šili erteilt worden ist. –
7Wie bleibt es mit dem Sesam? R. Jemar sagte, man berücksichtige dies nicht, Rabina sagte, man berücksichtige dies wohl. Die Halakha ist, man berücksichtige dies wohl.
8ZANK ZWISCHEN IHM UND IHR &C. Was heißt Zank zwischen ihm und ihr? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn sie zu ihrem Manne sagt: laß uns scheiden. – Dies sagen ja alle!? – Vielmehr, wenn sie zu ihrem Manne sagt: du hast dich von mir geschieden. –
9Sie sollte doch wegen einer Lehre R. Hamnunas glaubhaft sein, denn R. Hamnuna sagte, daß, wenn eine Frau zu ihrem Manne sagt: du hast dich von mir geschieden, sie glaubhaft sei, weil es feststeht, eine Frau erkühne sich nicht vor ihrem Manne!? –
10Wenn sie sagte: du hast dich von mir vor dem und dem geschieden, und diese, als man sie fragte, sagten, es sei nicht wahr. –
11Weshalb, wenn Zank zwischen ihnen herrschte? R. Ḥananja erwiderte: Weil sie dann lügt. R. Šimi b. Aši erwiderte: Weil sie es dann aus Vermutung sagt. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.