Jevamot — Blatt 48a
1ist sie ihm sofort erlaubt.
2Raba sagte: Was ist der Grund des R. Šimo͑n b. Elea͑zar? Es heißt: und jeder Sklave eines Mannes, um Geld gekauft; etwa nur der Sklave eines Mannes und nicht der Sklave einer Frau? Vielmehr, den Sklaven eines Mannes kannst du gegen seinen Willen beschneiden, nicht aber kannst du den Sohn eines Mannes gegen seinen Willen beschneiden. –
3Und die Rabbanan!? U͑la erwiderte: Wie du den Sohn eines Mannes nicht gegen seinen Willen beschneiden kannst, ebenso kannst du den Sklaven eines Mannes nicht gegen seinen Willen beschneiden. – Es heißt ja aber: jeder Sklave eines Mannes!? – Dies ist wegen einer Lehre Šemuéls nötig,
4denn Šemuél sagte: Wenn jemand seinen Sklaven als Freigut erklärt, so ist er frei und benötigt keines Freibriefes. Es heißt: und jeder Sklave eines Mannes, um Geld gekauft; etwa nur der Sklave eines Mannes und nicht der Sklave einer Frau? Vielmehr, ein Sklave, über den sein Herr Gewalt hat, heißt Sklave, und über den sein Herr keine Gewalt hat, heißt nicht Sklave.
5R. Papa wandte ein: Allerdings sind die Rabbanan dieser Ansicht hinsichtlich der Schönen, die den Geboten nicht unterworfen ist, hinsichtlich eines Sklaven aber, der den Geboten unterworfen ist, pflichten ja auch die Rabbanan bei!?
6Es wird nämlich gelehrt: Sowohl der Proselyt als auch der von einem Nichtjuden gekaufte Sklave muß es auf sich nehmen. Demnach braucht es der von einem Jisraéliten gekaufte nicht auf sich zu nehmen.
7Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar, so sagt er ja, auch der von einem Nichtjuden gekaufte brauche es auf sich nicht zu nehmen!? Doch wohl nach den Rabbanan, und nur der von einem Nichtjuden gekaufte muß es auf sich nehmen, nicht aber der von einem Jisraéliten gekaufte. –
8Dies widerspricht ja [der Lehre]: einerlei, ob Proselyt oder freigelassener Sklave!? – Dies ist hinsichtlich des Untertauchens gelehrt worden.
9Die Rabbanan lehrten: So soll sie ihr Haupt scheren und ihre Nägel pflegen. R. Elie͑zer erklärt, abschneiden, R. A͑qiba erklärt, wachsen lassen.
10R. Elie͑zer sprach: Da wird von einer Verrichtung am Haupte und von einer Verrichtung an den Nägeln gesprochen, wie bei jenem eine Entfernung, ebenso bei diesen eine Entfernung. R. A͑qiba sprach: Da wird von einer Verrichtung am Haupte und von einer Verrichtung an den Nägeln gesprochen, wie bei jenem zur Verunstaltung, ebenso bei diesen zur Verunstaltung.
11Es gibt eine Stütze für die Ansicht R. Elie͑zers : Und Mephibošeth, der Sohn Šaúls, war herabgekommen, dem Könige entgegen, er hatte seine Füße und seinen Bart nicht gepflegt. Hier ist unter ‘pflegen’ die Entfernung zu verstehen.
12Die Rabbanan lehrten: Sie beweine ihren Vater und ihre Mutter.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.