Jevamot — Blatt 75b

1und ein Span ihm in die Hoden drang, sodaß ein [Samen]strahl hervordrang, und dennoch zeugte er Kinder!? – Von diesem ließ ja Šemuél Rabh sagen, daß er über die Herkunft seiner Kinder nachforsche.

2R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Der durch himmlische [Fügung] Quetschverstümmelte ist tauglich. Raba sprach: Deswegen heißt es auch ‘ein Verstümmelter’ und nicht ‘der Verstümmelte’.

3In einer Barajtha wurde gelehrt: Es heißt: es komme kein Quetschverstümmelter, und es heißt: es komme kein Hurenkind; wie dieser durch Menschen [entstanden ist], ebenso jener, wenn durch Menschen.

4Raba sagte: Dies gilt beim Verstümmelten von allen, beim Zerquetschten von allen und beim Durchschnittenen von allen. Beim Verstümmelten von allen, einerlei ob das Glied, die Hoden oder der Samenstrang verstümmelt sind. Beim Zerquetschten von allen, einerlei ob das Glied, die Hoden oder der Samenstrang zerquetscht sind. Beim Durchschnittenen von allen, einerlei ob das Glied, die Hoden oder der Samenstrang durchschnitten sind.

5Ein Jünger sprach zu Raba: Woher, daß unter quetschverstümmelt diese Stelle zu verstehen ist, vielleicht der Kopf!? Dieser erwiderte: Bei diesem sind keine [nachfolgende] Generationen angegeben, somit ist diese Stelle zu verstehen. –

6Vielleicht sind deshalb keine [nachfolgende] Generationen angegeben, weil nur er unzulässig ist, sein Sohn und der Sohn seines Sohnes aber zulässig!?

7Gleich dem Ergußdurchschnittenen, wie beim Ergußdurchschnittenen an dieser Stelle, ebenso bei diesem an dieser Stelle. –

8Woher, daß es beim Ergußdurchschnittenen diese Stelle ist, vielleicht die Lippen!? – Es heißt Erguß, wo ein Erguß erfolgt. –

9Vielleicht die Nase!? – Es heißt nicht ‘am Erguß’, sondern ‘Ergußdurchschnittener’, wenn die Ergießung durch die Durchschneidung erfolgt, undurchschnitten dagegen [der Ausfluß] sich nicht ergießt, sondern spritzt; bei jener aber ergießt er sich in jedem Falle.

10In einer Barajtha wurde gelehrt: Es heißt: es komme kein Quetschverstümmelter, und es heißt: es komme kein Hurenkind, wie es sich bei diesem um diese Stelle handelt, ebenso bei jenem um diese Stelle.

11R. Ḥija b. Abba wollte entscheiden, daß, wenn das Loch unterhalb der Eichel ist und gegenüber oberhalb der Eichel mündet, er zulässig ist, da sprach R. Asi zu ihm: Folgendes sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Jede [Durchlöcherung] der Eichel ist ein Hinderungsgrund.

12IST ETWAS VON DER EICHEL VORHANDEN &C. Rabina saß und warf folgende Frage auf: ist unter Haar breit, wovon sie sprechen, um die ganze [Eichel] oder um den größeren Teil zu verstehen? Raba Tospaáh sprach zu Rabina: Ein Haar breit um den größeren Teil, gegen oben.

13R. Hona sagte: Wenn schreibrohrartig, so ist er tauglich, wenn rinnenartig, so ist er untauglich, denn in diesem Falle dringt Luft ein und in jenem Falle dringt keine Luft ein. R. Ḥisda aber sagt, wenn rinnenartig, sei er tauglich, wenn schreibrohrartig, sei er untauglich, denn in jenem Falle erfolgt eine Reibung und in diesem Falle erfolgt keine Reibung.

14Raba sagte: Die Ansicht R. Honas, in dem einen Falle dringe Luft ein und im anderen Falle dringe keine Luft ein, ist einleuchtend. Wollte man die Reibung berücksichtigen, so verhält es sich hierbei wie beim Spunde eines Fasses.

15Rabina sprach zu Meremar: Folgendes sagte Mar Zuṭra im Namen R. Papas: die Halakha ist, er sei tauglich, einerlei ob schreibrohrartig oder rinnenartig. Fraglich war es ihm jedoch, ob unterhalb oder oberhalb der Eichel. – Selbstverständlich oberhalb der Eichel, unterhalb der Eichel ist er ja [tauglich], selbst wenn es ganz abgeschnitten ist!? – Rabina wollte damit Meremar nur auf die Probe stellen.

16Einst kam ein solcher Fall in Matha Meḥasja vor; da ließ Mar b. R. Aši [die Eichel] schreibrohrartig abschrägen und erklärte ihn als tauglich. Einst kam in Pumbeditha ein Fall vor, daß einem der Samenkanal verstopft war und der Same durch den Urinkanal hervorkam. R. Bebaj b. Abajje wollte ihn als tauglich erklären; da sprach R. Papi zu ihm: Weil ihr von Gekürzten stammt,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.