Jevamot — Blatt 84a

1Mischling, Totverletztes, durch Seitenschnitt Hervorgeholtes, Geschlechtsloses und Zwitter werden nicht heilig und machen nicht heilig.

2Dies erklärte Šemuél: werden nicht heilig, durch Umtausch; machen nicht heilig, durch Übertragung auf das Eingetauschte. Schließe hieraus.

3R. ELIE͑ZER SAGT, MAN MACHE SICH WEGEN DESSEN DER STEINIGUNG SCHULDIG, WIE WEGEN EINES MANNES. Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Als ich zu R. Elea͑zar b. Šamua͑ ging, um die Tora zu studieren, taten sich seine Schüler gegen mich zusammen, wie die Hähne von Beth Buqja, und ließen mich nichts lernen, bis auf das eine in unserer Mišna: R. Elie͑zer sagt, wegen des Zwitters mache man sich der Steinigung schuldig, wie wegen eines Mannes.

4MANCHE [FRAUEN] SIND IHREN MÄNNERN ERLAUBT UND IHREN SCHWÄGERN VERBOTEN, MANCHE IHREN SCHWÄGERN ERLAUBT UND IHREN MÄNNERN VERBOTEN, MANCHE DIESEN UND JENEN ERLAUBT, UND MANCHE DIESEN UND JENEN VERBOTEN.

5FOLGENDE SIND UHREN MÄNNERN ERLAUBT UND IHREN SCHWÄGERN VERBOTEN: WENN EIN GEMEINER PRIESTER EINE WITWE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER HOCHPRIESTER IST; WENN EIN ENTWEIHTER EINE UNBEMAKELTE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER UNBEMAKELTER IST;

6WENN EIN JISRAÉLIT EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER HURENKIND IST; WENN EIN HURENKIND EIN HURENKIND GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER JISRAÉLIT IST. DIESE SIND IHREN MÄNNERN ERLAUBT UND IHREN SCHWÄGERN VERBOTEN.

7FOLGENDE SIND IHREN SCHWÄGERN ERLAUBT UND IHREN MÄNNERN VERBOTEN: WENN EIN HOCHPRIESTER SICH EINE WITWE ANGETRAUT HAT UND SEIN BRUDER GEMEINER PRIESTER IST; WENN EIN UNBEMAKELTER EINE ENTWEIHTE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER ENTWEIHTER IST; WENN EIN JISRAÉLIT EIN HURENKIND GEHEIRATET HAT, UND SEIN BRUDER HURENKIND IST; WENN EIN HURENKIND EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER JISRAÉLIT IST. DIESE SIND IHREN SCHWÄGERN ERLAUBT UND IHREN MÄNNERN VERBOTEN.

8DIESEN UND JENEN VERBOTEN: WENN EIN HOCHPRIESTER EINE WITWE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER HOCHPRIESTER ODER GEMEINER PRIESTER IST; WENN EIN UNBEMAKELTER EINE ENTWEIHTE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER UNBEMAKELTER IST; WENN EIN JISRAÉLIT EIN HURENKIND GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER JISRAÉLIT IST; WENN EIN HURENKIND EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER HURENKIND IST. DIESE SIND DIESEN UND JENEN VERBOTEN. ALLE ANDEREN FRAUEN SIND IHREN MÄNNERN UND IHREN SCHWÄGERN ERLAUBT.

9VON DEN NACH DEN SCHRIFTKUNDIGEN ZWEITGRADIG INZESTUÖSEN IST DIE, DIE IHREM MANNE ZWEITGRADIG INZESTUÖS IST, NICHT ABER IHREM SCHWAGER, IHREM MANNE VERBOTEN UND IHREM SCHWAGER ERLAUBT, DIE IHREM SCHWAGER ZWEITGRADIG INZESTUÖS IST, NICHT ABER IHREM MANNE, IHREM SCHWAGER VERBOTEN UND IHREM MANNE ERLAUBT, DIE DIESEM UND JENEM ZWEITGRADIG INZESTUÖS IST, DIESEM UND JENEM VERBOTEN.

10SIE ERHÄLT WEDER DIE MORGENGABE NOCH DEN FRUCHTGENUSS NOCH UNTERHALT NOCH DIE ABGETRAGENEN KLEIDER; DAS KIND IST UNBEMAKELT, JEDOCH ZWINGT MAN IHN, SIE ZU ENTFERNEN.

11IST EINE WITWE MIT EINEM HOCHPRIESTER, EINE GESCHIEDENE ODER ḤALUÇA MIT EINEM GEMEINEN PRIESTER, EIN HURENKIND ODER EINE NETHINA MIT EINEM JISRAÉLITEN ODER EINE JISRAÉLITIN MIT EINEM NATHIN ODER EINEM HURENKINDE [VERHEIRATET], SO ERHÄLT SIE DIE MORGENGABE.

12GEMARA. Weshalb lehrt er ‘geheiratet’, sollte er doch ‘angetraut’ lehren!?

13Wolltest du erwidern: nur wenn geheiratet, wo ein Gebot und ein Verbot übertreten werden, wenn aber nur angetraut, verdränge das Gebot das Verbot, so handelt es sich ja im ganzen Abschnitte um ein Gebot gegen ein Verbot, und das Gebot verdrängt das Verbot nicht!? –

14Da er im Schlußsatze den Fall lehren will, wenn ein Hochpriester eine Witwe geheiratet hat, nur geheiratet, wodurch er sie zur Entweihten gemacht hat, wenn aber angetraut, sie ihm erlaubt ist, lehrt er auch im Anfangsatze ‘geheiratet’. –

15Weshalb lehrt er übereinstimmend mit dem Schlußsatze, sollte er es doch übereinstimmend lehren mit dem Mittelsatze: wenn ein Hochpriester sich eine Witwe angetraut hat und sein Bruder gemeiner Priester ist!? – Vielmehr, wegen der Nachbarin. Da er den Fall lehren will: wenn ein Entweihter eine Unbemakelte geheiratet hat, nur geheiratet, wodurch er sie zur Entweihten gemacht hat, wenn aber angetraut, sie ihm erlaubt ist, lehrt er auch da ‘geheiratet’. –

16Weshalb lehrt er es von einer Witwe, sollte er es doch von einer Jungfrau lehren!?

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.