Joma — Blatt 26b

1so ist dieser weder der Ansicht des R. Elie͑zer b.Ja͑qob, noch der Ansicht R. Jehudas.

2DAS BESTÄNDIGE OPFER WIRD DURCH NEUN, ZEHN, ELF ODER ZWÖLF [PRIESTER] DARGEBRACHT, NICHT WENIGER UND NICHT MEHR. UND ZWAR: DIESES SELBST DURCH NEUN, UND AM [HÜTTEN]FESTE HIELT EINER DIE WASSERSCHALE IN DER HAND, ALSO ZEHN;

3ABENDS DURCH ELF: DIESES SELBST DURCH NEUN, UND ZWEI HIELTEN DIE ZWEI HOLZSCHEITE IN DER HAND; AM ŠABBATH DURCH ELF: DIESES SELBST DURCH NEUN, UND ZWEI HIELTEN DIE ZWEI SCHALEN WEIHRAUCH DES SCHAUBROTES IN DER HAND; AM ŠABBATH DES [HÜTTEN]FESTES HIELT NOCH EINER DIE WASSERSCHALE IN DER HAND.

4GEMARA. R. Abba, nach anderen Rami b. Ḥama, nach anderen R. Joḥanan, sagte: Das Wassergießen erfolgt am [Hütten]feste nur beim Morgenopfer. – Woher dies? – Er lehrt, daß an einem Šabbath, des [Hütten]festes noch einer die Wasserschale in der Hand hielt; wenn du nun sagen wolltest, das Wassergießen erfolge auch beim Abendopfer, so wäre dies ja auch am Wochentage der Fall.

5R. Aši sprach: Auch wir haben demgemäß gelernt: Dem Wassergießenden rief man zu: ‘die Hand hoch’, denn einst goß es jemand auf seine Füße, und das Volk steinigte ihn mit ihren Etrogim. Schließe hieraus.

6Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b.Joḥaj sagte: Woher, daß beim beständigen Abendopfer die zwei Holzscheite von zwei Priestern aufgelegt werden müssen? Es heißt: sie sollen die Holzscheite aufschichten, und da dies auf das beständige Morgenopfer nicht zu beziehen ist, da es schon heißt: alle Morgen soll der Priester Holzscheite darauf anzünden und darauf schichten &c., so beziehe es auf das beständige Abendopfer. –

7Vielleicht beziehen sich beide auf das beständige Morgenopfer, nur sagt der Allbarmherzige, daß dies einmal erfolge und abermals erfolge!? – Demnach sollte ja die Schrift [an beiden Stellen] sagen: er zünde an. –

8Wenn der Allbarmherzige [an beiden Stellen] geschrieben hätte: er zünde an, so könnte man glauben, nur einer und nicht zwei, so lehrt er uns, daß dies sowohl einer als auch zwei tun können!? –

9So sollte es heißen: er soll anzünden, dann: sie sollen anzünden, oder auch: er soll aufschichten, dann; sie sollen aufschichten, wenn es aber einmal anzünden und einmal aufschichten heißt, so ist dies so zu erklären, wie wir gesagt haben.

10R. Ḥija lehrte: Zuweilen sind es dreizehn [Priester], zuweilen vierzehn, zuweilen fünfzehn und zuweilen sechzehn. –

11Es wird ja aber gelehrt: zuweilen siebzehn!? –

12Dies weder nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob noch nach R. Jehuda.

13EIN WIDDER WIRD DURCH ELF [PRIESTER] DARGEBRACHT: DAS FLEISCH DURCH FÜNF, DIE EINGEWEIDE, DAS MEHL UND DER WEIN DURCH JEZWEI. EIN FARRE WIRD DURCH VIERUNDZWANZIG [PRIESTER] DARGEBRACHT: VON KOPF UND HINTERFUSS DER KOPF DURCH EINEN UND DER HINTERFUSS DURCH ZWEI; VON STEISS UND HINTERFUSS DER STEISS DURCH ZWEI UND DER HINTERFUSS DURCH ZWEI; VON BRUST UND SCHLUND DIE BRUST DURCH EINEN UND DER SCHLUND DURCH DREI; BEIDE VORDERFÜSSE DURCH ZWEI, BEIDE FLANKEN DURCH ZWEI; EINGEWEIDE, MEHL UND WEIN DURCH JE DREI.

14DIES GILT NUR VON GEMEINDEOPFERN, PRIVATOPFER ABER KANN AUCH EINER, WENN ER ES WILL, HERRICHTEN. ENTHÄUTUNG UND ZERLEGUNG WAREN BEI DIESEN UND JENEN GLEICH.

15GEMARA. Es wird gelehrt: Das Enthäuten und das Zerlegen können [bei allen] gleich durch einen Gemeinen erfolgen.

16Ḥizqija sagte: Woher, daß Enthäutung und Zerlegung [bei allen] gleich durch einen Gemeinen erfolgen können? Es heißt: die Söhne Ahrons, des Priesters sollen Feuer auf den Altar tun; nur das Feuerauflegen benötigt der Priesterschaft, das Enthäuten und das Zerlegen benötigen nicht der Priesterschaft. –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.