Joma — Blatt 41b
1zu erwidern!? – Lies nicht: und darauf bestimmt, sondern: und er darauf kauft und bestimmt. –
2Wenn er bereits gekauft hat, so kann er ja nur [in der Weise Geld] hinzufügen und für sein Pflichtopfer darbringen,
3indem er [das Geflügel] auslöst, und bei einem Geflügel gibt es ja keine Auslösung!?
4R. Papa erwiderte: Wenn er nur eine Taube gekauft hat; hat er das Brandopfer gekauft, so füge er zum Gelde des Sündopfers hinzu und bringe dafür sein Pflichtopfer dar, und das Brandopfer ist als freiwilliges Opfer darzubringen, und hat er das Sündopfer gekauft, so darf er nicht zum Gelde des Brandopfers hinzufügen und dafür sein Pflichtopfer darbringen und das Sündopfer verenden zu lassen.
5Der Text. R. Elea͑zar sagte im Namen R. Hoša͑jas: Wenn ein Reicher unrein in den Tempel eingetreten ist und das Opfer eines Armen dargebracht hat, so hat er seiner Pflicht nicht genügt. R. Ḥaga aber sagte imi Namen R. Hoša͑jas, er habe seiner Pflicht genügt.
6Man wandte ein: Wenn ein armer Aussätziger das Opfer eines reichen dargebracht hat, so hat er seiner Pflicht genügt, wenn aber ein reicher das Opfer eines armen dargebracht hat, so hat er seiner Pflicht nicht genügt!? – Anders ist es da, wo es dies heißt. –
7Demnach sollte dies auch vom ersten Falle gelten!? – Der Allbarmherzige hat [diesen Fall] durch [das Wort] Satzung eingeschlossen. Es wird auch gelehrt: Satzung, dies schließt den Fall ein, wenn ein armer Aussätziger das Opfer eines reichen darbringt. Man könnte glauben, auch wenn ein reicher das Opfer eines armen darbringt, so heißt es dies. –
8Sollte man hiervon folgern!? – Der Allbarmherzige beschränkt: wenn er arm ist.
9DARAUF BAND ER EINEN ROTGLÄNZENDEN WOLLSTREIFEN AN DEN KOPF DES FORTZUSCHICKENDEN BOCKES UND STELLTE IHN AN DIE STELLE SEINER FORTSCHICKUNG, UND DEN ZU SCHLACHTENDEN AN DIE STELLE SEINER SCHLACHTUNG.
10SODANN BEGAB ER SICH ZU SEINEM ZWEITEN FARREN, STÜTZTE BEIDE HÄNDE AUF DIESEN UND SPRACH DAS SÜNDENBEKENNTNIS. ER SPRACH ALSO: ACH, HERR, ICH HABE VOR DIR GESÜNDIGT, GEFREVELT UND GEFEHLT, ICH UND MEIN HAUS UND DIE KINDER AHRONS, DEIN HEILIGESVOLK. ACH, HERR, VERGIB DOCH DIE SÜNDEN, DIE FREVEL UND DIE VERFEHLUNGEN, DIE ICH VOR DIR GESÜNDIGT, GEFREVELT UND GEFEHLT HABE, ICH UND MEIN HAUS UND DIE KINDER AHRONS, DEIN HEILIGES VOLK! WLE DOCH GESCHRIEBEN STEHT IN DER TORA DEINES KNECHTES MOŠE: denn an diesem Tage wird er euch vergeben, um euch zu reinigen; von all euren Sünden sollt ihr rein sein vor dem Herrn. UND SIE STIMMTEN NACH IHM EIN: GEPRIESEN SEI DER NAME SEINER KÖNIGLICHEN MAJESTÄT AUF IMMER UND EWIG.
11GEMARA. Sie fragten: Beziehen sich [die Worte] ‘und den zu schlachtenden’ auf das Anbinden [des Wollstreifens] oder auf das Hinstellen? –
12Komm und höre: R. Joseph lehrte : Darauf band er einen rotglänzenden Streifen an den Kopf des fortzuschickenden Bockes und stellte ihn an die Stelle seiner Fortschickung, und den zu schlachtenden an die Stelle seiner Schlachtung, damit sie weder mit einander noch mit anderen vertauscht werden.
13Erklärlich ist dies, wenn du sagst, es beziehe sich auf das Anbinden, wenn du aber sagst, es beziehe sich auf das Hinstellen, so können sie allerdings mit einander nicht vertauscht werden, da an einem [der Streifen] gebunden ist, am anderen aber nicht, der andere aber kann ja mit anderen vertauscht werden!? Schließe also hieraus, daß dies sich auf das Anbinden bezieht. Schließe hieraus.
14R. Jiçḥaq sagte: Ich hörte dies von zwei Wollstreifen, von dem der [roten] Kuh und von dem des fortzuschickenden Bockes; einer muß ein bestimmtes Maß haben und der andere braucht kein bestimmtes Maß zu haben; ich weiß aber nicht, welcher von ihnen.
15R. Joseph sprach: Wollen wir es erörtern: der des fortzuschickenden Bockes ist zu teilen, somit muß er auch ein bestimmtes Maß haben, der der [roten] Kuh ist nicht zu teilen, daher braucht er auch kein bestimmtes Maß zu haben.
16Rami b.Ḥama wandte ein: Der der [roten] Kuh muß ja eine Schwere haben!? Raba erwiderte ihm: Über die Schwere besteht [ein Streit von] Tannaím. –
17Der der [roten] Kuh ist also nicht zu teilen. Abajje wandte ein: Wie verfährt er dabei? Er umwickelt es mit dem Reste des Wollstreifens!? – Lies: mit dem Ende des Wollstreifens.
18R. Ḥanin sagte im Namen Rabhs: Wenn das Zedernholz und der Karmesinfaden von der Flamme erfaßt werden, so sind sie tauglich. Man wandte ein: Ist der Streifen versengt worden, so hole er einen anderen und weihe ihn!?
19Abajje erwiderte: Das ist kein Einwand; dies gilt von einem lodernden [Feuer], jenes von einem glimmenden.
20Raba sagte, über die Schwere besteht [ein Streit] von Tannaím. Es wird nämlich gelehrt: Wozu umwickelt er sie? Damit sie in einem Bündel zusammengef aßt seien – so Rabbi. R. Elea͑zar b.R. Šimo͑n sagt, damit sie eine Schwere haben und [wuchtig] in den Brand der [roten] Kuh fallen.
21Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Ich hörte dies von drei Wollstreifen, von dem der [roten] Kuh, von dem des fortzuschikkenden Bockes und von dem des Aussätzigen[opfers]; einer muß ein Gewicht von zehn Zuz haben, einer muß ein Gewicht von zwei Sela͑ haben und einer muß ein Gewicht von einem Šeqel haben; ich weiß es aber nicht zu präzisieren.
22Als Rabin kam, präzisierte er es im Namen R. Jonathans:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.