Joma — Blatt 47b

1Beim Pfannopfer und beim Tiegelopfer streicht er oben mit dem Daumen und unten mit dem kleinen Finger ab. Dies war eine schwierige Dienstverrichtung im Tempel. – Nur dies und nichts weiter, auch das Kopfabkneifen war es ja, das Abheben der Händefülle war es ja!? – Vielmehr: dies war eine von den schwierigen Dienstverrichtungen im Tempel.

2R. Joḥanan sagte: R. Jehošua͑ b. U͑zaá fragte, wie es sich mit dem verhalte, was sich bei der Faustfülle zwischen [den Fingern] befindet. R. Papa sprach: Über das, was sich innen befindet, besteht keine Frage, dies gehört entschieden zur Handfülle, und über das, was sich außen befindet, besteht ebenfalls keine Frage, dies ist entschieden Zurückbleibendes,

3fraglich ist es nur hinsichtlich dessen, was sich in der Mitte befindet, wie ist es damit? R. Joḥanan sagte: Später hat R. Jehošua͑ b. U͑zaá es entschieden: über das, was sich zwischen [den Fingern] befindet, besteht ein Zweifel. –

4Was geschieht damit? R. Ḥanina erwiderte: Er räuchere zuerst die Faustfülle besonders auf und nachher das, was sich zwischen [den Fingern] befindet. Wenn man nämlich sagen wollte, zuerst das, was sich zwischen [den Fingern] befindet, so ist es ja, wenn es Zurückbleibendes ist, Zurückgebliebenes, das zwischen dem Abheben und der Aufräucherung abhanden gekommen ist, und der Meister sagte, daß, wenn das Zurückbleibende zwischen dem Abheben und der Aufräucherung abhanden gekommen ist, man daraufhin die Haufenfülle nicht aufräuchere. –

5Aber auch jetzt sollte ja hierauf bezogen werden [die Bestimmung]: wovon etwas ins Feuer gekommen ist, darf nicht mehr auf geräuchert werden!?

6R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n b.Pazi, erwiderte: Er räuchere es als Holz auf. Dies nach R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Zum angenehmen Geruche, als solches darfst du es nicht darbringen, wohl aber als Holz. –

7Allerdings nach R. Elie͑zer, wie ist es aber nach den Rabbanan zu erklären!? R.Mari erwiderte: Fette Priester heben ab. Jetzt nun, wo du darauf gekommen bist, müssen auch nach R. Elie͑zer von vornherein fette Priester abheben.

8R.Papa fragte: Wie verhält es sich mit dem, was beim Abheben der Händefülle sich zwischen [den Fingern] befindet!? – Was ist ihm da fraglich: wenn er durch [das Wort] voll folgert, so ist es ja dasselbe!? – R. Papa fragt folgendes: muß er eine Handfülle darbringen, was auch bei diesem der Fall ist, oder muß er nehmen und darbringen, was bei diesem nicht der Fall ist!? – Dies bleibt unentschieden.

9R. Papa sagte: Es ist mir klar, daß die Faustfülle so abzuheben ist, wie die Leute abzuheben pflegen, aber folgendes fragte R. Papa: Wie ist es, wenn er sie mit den Fingerspitzen abhebt? Wie ist es, wenn von tinten nach oben? Wie ist es, wenn von der Seite aus? – Dies bleibt unentschieden.

10R. Papa sagte: Es ist mir klar, daß die Handfülle so abzuheben ist, wie die Leute abzuheben pflegen, aber folgendes fragte R. Papa: Wie ist es, wenn er sie mit den Fingerspitzen abhebt?

11Wie ist es, wenn von unten nach oben? Wie ist es, wenn von der Seite aus? Wie ist es, wenn mit jeder Hand besonders und er sie aneinanderschiebt? – Dies bleibt unentschieden.

12R. Papa fragte: Wie ist es, wenn er die Faustfülle an die Wand des Gefäßes klebt: ist das Innere des Gefäßes erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder muß es richtig in das Gefäß gelegt werden, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.

13R. Papa fragte:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.