Joma — Blatt 48a

1Wie ist es, wenn er das Gefäß umkehrt, und die Faustfülle [innen] an den Boden klebt: ist ein Hineinlegen in dieses erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder ist ein normales Hineinlegen erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.

2R. Papa fragte: Muß die Handfülle, von der sie sprechen, gestrichen oder gehäuft sein? R. Abba sprach zu R. Aši: Komm und höre: Die Handfülle, von der sie sprechen, darf weder gestrichen noch gehäuft sein, sondern nur reichlich.

3Dort haben wir gelernt: Wenn das Blut [beim Schlachten] auf das Pflaster ausgeschüttet wurde und man es aufgesammelt hat, so ist es untauglich; wenn aber aus dem Gefäße und man es aufgesammelt hat, so ist es tauglich. –

4Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Er soll vom Blute des Forren nehmen, vom Blute der Seele, nicht aber vom Blute der Haut, noch vom nachfließenden Blute;

5vom Blute des Farren, das Blut ist [direkt] vom Farren zu entnehmen. Wenn du aber auslegen wolltest: vom Blute des Farren, auch ein Teil des Blutes, so sagte ja R. Jehuda, der Aufnehmende müsse das ganze Blut des Farren aufnehmen, denn es heißt: das ganze Blut des Farren gieße er auf den Grund des Altars.

6Vielmehr ist auszulegen: vom Blute des Farren, das Blut ist [direkt] vom Farren zu entnehmen. Er ist also der Ansicht, daß man fortnehme, hinzufüge und auslege.

7R. Papa fragte: Wie ist es, wenn das Räucherwerk aus seinen Handflächen ausgeschüttet wird: Gleichen seine Hände dem Halse des Tieres, somit ist es tauglich, oder gleichen sie einem Dienstgefäße, somit ist es untauglich? – Dies bleibt unentschieden.

8R. Papa fragte: Wie ist es, wenn er beim Abheben des Räucherwerkes beabsichtigt hat: folgern wir durch das auch beim Speisopfer gebrauchte [Wort] voll, daß auch hierbei die Absicht wirksam ist, wie bei jenem, oder nicht?

9R. Šimi b.Aši sprach zu R. Papa: Komm und höre: R. A͑qiba fügte noch die Faustfülle, das Räucherwerk, den Weihrauch und die Kohlen hinzu; wenn nämlich ein am selben Tage Untergetauchter von diesen einen Teil berührt hat, so hat er das ganze untauglich gemacht.

10Er dachte: wenn ein am selben Tage Untergetauchter sie untauglich macht, mache sie auch das Übernachten untauglich, und wenn das Übernachten sie untauglich macht, mache sie auch die bezügliche Absicht untauglich.

11R. Papa fragte:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.