Joma — Blatt 51a

1Erstgeborenes und Zehnten, die erfaßt werden, auch wenn sie ein dauerndes Gebrechen haben, und die hinsichtlich der Schur und der Arbeit nicht profan werden!? Vielmehr lehrt er es nicht von [originären] Opfern allgemein. –

2Womit ist das Eingetauschte anders? – Das Eingetauschte ist bei allen Opfern gleich, während zu den [originären] Opfern auch Erstgeborenes und Zehnt gehören. –

3Wozu braucht R. Šešeth es auf den Widder Ahrons zu beziehen, sollte er es doch auf das Pesaḥopfer beziehen, denn dieses verdrängt den Šabbath und die Unreinheit, auch macht es Eingetauschtes, da es ein Privatopfer ist!? – Er ist der Ansicht, man dürfe das Pesaḥopfer nicht für einen einzelnen schlachten. –

4Sollte er es auf das zweite Pesaḥopfer beziehen!? – Verdrängt dieses denn die Unreinheit!?

5R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu Raba: Weshalb nennt jener Autor das Pesaḥopfer ein Privatopfer und das Festopfer ein Gemeindeopfer: wenn etwa, weil dieses in Gemeinschaft dargebracht wird, so wird ja auch das Pesaḥopfer in Gemeinschaft dargebracht!? – Dazu gehört ja auch das zweite Pesaḥopfer, das nicht in Gemeinschaft dargebracht wird. Jener sprach: Demnach sollte es den Šabbath und die Unreinheit verdrängen!?

6Dieser erwiderte: Freilich; nach demjenigen, welcher sagt, es verdränge sie. Es wird nämlich gelehrt: Das zweite Pesaḥopfer verdrängt den Šabbath und nicht die Unreinheit; R. Jehuda sagt, es verdränge auch die Unreinheit. – Was ist der Grund des ersten Tanna? – Er kann dir erwidern: du hast es wegen der Unreinheit zurückgesetzt, und nun soll es in Unreinheit dargebracht werden!? –

7Und R. Jehuda!? – Er kann dir erwidern: die Schrift sagt: nach allen Satzungen des Pesaḥs sollen sie es herrichten, auch in Unreinheit; die Tora sorgte dafür, daß er es in Reinheit herrichte, ist ihm dies aber nicht beschieden, so richte er es in Unreinheit her. –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.