Joma — Blatt 58a

1R. Jonathan sagt, dieses besonders und jenes besonders. R. Jošija sprach zu ihm: Es heißt ja bereits: einmal!?

2R. Jonathan entgegnete ihm: Es heißt ja bereits: vom Blute des Farren und vom Blute des Bockes; [das Wort] einmal besagt vielmehr: einmal und nicht zweimal vom Blute des Farren, einmal und nicht zweimal vom Blute des Bockes.

3Ein anderes lehrt: Er soll vom Blute des Farren und vom Blute des Bockes nehmen, sie müssen mit einander vermischt sein. Du sagst, sie müssen mit einander vermischt sein, vielleicht ist dem nicht so, sondern von diesem besonders und von jenem besonders? Es heißt: einmal. Anonym nach R. Jošija.

4UND TAT DAS VOLLE [BECKEN] IN EIN LEERES. Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: Wie ist es, wenn er ein Becken in ein anderes legt und darin das Blut aufnimmt: bildet eine Sache gleicher Art eine Trennung oder nicht?

5Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: und tat das volle [Becken] in ein leeres. Dies heißt wohl, er setzte das volle Becken in ein leeres Becken. –

6Nein, er schüttete [das Blut] aus dem vollen Becken in ein leeres Becken. – Dies lehrt ja schon der Anfangssatz: er schüttete das Blut des Farren in das Blut des Bockes!? – Um sie besonders gut durchzurühren. –

7Komm und höre: Stand er auf Geräten oder auf dem Fuße seines Nächsten, so ist es untauglich. – Anders ist der Fuß, den er nicht fortnehmen kann.

8Manche sagen, er fragte wie folgt: Ist dies eine regelrechte Dienstverrichtung oder nicht? – Komm und höre: In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Alle Dienstgeräte, mit denen sie den Dienst im Heiligtume zu besorgen pflegen; zwei Geräte und ein Dienst.

9Rami b. Ḥama fragte R.Ḥisda: Wie ist es, wenn er das Becken mit Bast ausgelegt und in dieses das Blut auf genommen hat; gilt es, da es verschiedene Arten sind, als Trennung oder nicht: gilt es nicht als Trennung, da [das Blut durch den Bast] durchdringt, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?

10Dieser erwiderte: Wir haben gelernt: Er sprenge von dem [Wasser], das bis zum Schwamme reicht. – Anders das Wasser, das dünnflüßig ist.

11Manche sagen, er habe wie folgt entschieden: Beim Blute ist es zulässig, bei der Faustfülle ist es unzulässig.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.