Joma — Blatt 59b

1Sie streiten nur, ob rabbanitisch, nach der Tora aber begeht man daran keine Veruntreuung.

2Woher dies? U͑la erwiderte: Die Schrift sagt: euch, es gehört euch. In der Schule R. Šimo͑ns lehrten sie: Zur Sühne, ich habe es zur Sühne bestimmt, nicht aber zur Veruntreuung.

3R. Joḥanan erklärte: Die Schrift sagt: es, es ist vor der Sühne, was nach der Sühne: wie man nach der Sühne daran keine Veruntreuung begeht,

4ebenso begeht man vor der Sühne daran keine Veruntreuung. – Vielleicht nach der Sühne, was vor der Sühne: wie man vor der Sühne daran eine Veruntreuung begeht, ebenso begeht man daran eine Veruntreuung nach der Sühne!? – Du hast nichts, woran man eine Veruntreuung begeht, nachdem das Gebot damit ausgeübt worden ist. – Etwa nicht, dies war ja beim Abheben der Asche der Fall!? –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.