Joma — Blatt 70a
1jedoch darf man nicht vom Ende eines Buches zum Anfang springen.
2DARAUF ROLLTE ER DIE TORAROLLE ZUSAMMEN &C. Wozu dies alles!? – Um die Torarolle nicht in Verdacht zu bringen.
3[DEN ABSCHNITT] ‘AM ZEHNTEN’ IM BUCHE NUMERI LAS ER AUSWENDIG. Weshalb denn, man kann sie [wiederum] aufrollen und vorlesen!? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte im Namen R. Šešeths: Aus Achtung vor der Gemeinde rolle man die Tora nicht in ihrer Gegenwart. –
4Man kann ja eine andere holen und aus dieser vorlesen!? R. Hona b.Jehuda erwiderte: Wegen der Bemakelung der ersten. Res Laqiš er widerte: Wegen des unnötigen Segensspruches. –
5Berücksichtigen wir denn die Bemakelung, R. Jiçhaq der Schmied sagte ja, daß, wenn der Neumond des Ṭebeth auf einen Šabbath fällt, man drei Torarollen hole und aus einer den laufenden Wochenabschnitt, aus einer [den Ab schnitt] vom Neumond und aus einer [den Abschnitt] vom Hanukafeste vorlese!? –
6Wenn drei Personen aus drei Torarollen [lesen], so ist dies keine Bemakelung, wenn aber eine Person aus zwei Torarollen [liest], so ist dies eine Bemakelung.
7UND SPRACH DARAUF ACHT SEGENSSPRÜCHE. Die Rabbanan lehrten: Über die Tora, wie man es im Bethause spricht, über den Tempeldienst, einen Danksegen, über die Sündenvergebung, wie gewöhnlich, für den Tempel besonders, für die Priester besonders, für Jisraél besonders, und über das übrige Gebet.
8Die Rabbanan lehrten: Das übrige Gebet: Preisgesang, Flehen und Verlangen für das Volk Jisraél, das der Hilfe benötigt. Er schließt dann [mit dem Segen] ‘Der das Gebet erhört’. Darauf holte jeder eine Torarolle aus seinem Hause und las darin, um ihr Schaugepränge öffentlich zu zeigen.
9WER DEN HOCHPRIESTER SAH &C. NICHT ETWA, DASS DIES NICHT ERLAUBT WÄRE. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, hier sei die Lehre des Reš Laqiš zu berücksichtigen, der nämlich sagte, man dürfe an gottgefälligen Handlungen nicht vorübergehen,
10und die gottgefällige Handlung bestehe darin: in der Menge des Volkes des Königs Herrlichkeit, so lehrt er uns.
11HATTE ER IN BYSSUSGEWÄNDERN GELESEN, SO WUSCH ER HÄNDE UND FÜSSE, ZOG SICH AUS, STIEG HINAB UND TAUCHTE UNTER, STIEG HERAUF UND TROCKNETE SICH AB, UND MAN BRACHTE IHM DIE GOLDENEN GEWÄNDER; ER LEGTE SIE AN UND WUSCH HÄNDE UND FÜSSE,
12DANN GING ER HINAUS UND RICHTETE SEINEN WIDDER, DEN DES VOLKES UND DIE SIEBEN FEHLERFREIEN EINJÄHRIGEN LÄMMER HER – SO R. ELIE͑ZER. R. A͑QIBA SAGT, DIESE WURDEN MIT DEM BESTÄNDIGEN MORGENOPFER DARGEBRACHT, UND DER BRANDOPFER-FARRE UND DER AUSSERHALB HERZURICHTENDE BOCK WURDEN MIT DEM BESTÄNDIGEN ABENDOPFER HERGERICHTET.
13HIERAUF WUSCH ER HÄNDE UND FÜSSE, ZOG SICH AUS, STIEG HINAB UND TAUCHTE UNTER, STIEG HERAUF UND TROCKNETE SICH AB,
14UND MAN HOLTE IHM DIE WEISSEN GEWÄNDER; ER LEGTE SIE AN, WUSCH HÄNDE UND FÜSSE UND GING HINEIN, UM SCHALE UND SCHIPPE ZU HOLEN. HIERAUF WUSCH ER HÄNDE UND FÜSSE, ZOG SICH AUS, STIEG HINAB UND TAUCHTE UNTER, STIEG HERAUF UND TROCKNETE SICH AB,
15UND MAN HOLTE IHM DIE GOLDENEN GEWÄNDER; ER LEGTE SIE AN, WUSCH HÄNDE UND FÜSSE UND GING HINEIN, UM DAS RÄUCHERWERK DES ABENDS ZU RÄUCHERN UND DIE LAMPEN ZU PUTZEN. HIERAUF WUSCH ER HÄNDE UND FÜSSE, ZOG SICH AUS, STIEG HINAB UND TAUCHTE UNTER, STIEG HERAUF UND TROCKNETE SICH AB;
16ALSDANN HOLTE MAN IHM SEINE EIGENEN, DIE ER ANLEGTE, UND MAN BEGLEITETE IHN NACH HAUSE. NACHDEM ER IN FRIEDEN AUS DEM TEMPEL HEIMGEKEHRT WAR, VERANSTALTETE ER EIN FEST FÜR SEINE FREUNDE.
17GEMARA. Sie fragten: Meint er es wie folgt: diese wurden mit dem beständigen Morgenopfer dargebracht, der Brandopfer-Farre und der außerhalb herzurichtende Bock aber mit dem beständigen Abendopfer,
18oder aber wie folgt: sie wurden mit dem beständigen Morgenopfer dargebracht, und mit diesem auch der Brandopfer-Farre, der außerhalb herzurichtende Bock aber mit dem beständigen Abendopfer?
19Und wann wird ferner nach R. Elie͑zer der Brandopfer-Farre, von dem er nicht spricht, hergerichtet?
20Und wann werden ferner sowohl nach R. Elie͑zer als auch nach R. A͑qiba die Opferteile des Sündopfers aufgeräuchert?
21Raba erwiderte: Du findest keinen anderen Ausweg, als entweder nach einer Lehre R. Elie͑zers, die in der Schule Šemuéls gelehrt wurde, oder nach einer Lehre R. A͑qibas in der Tosephta zu entscheiden.
22In der Schule Šemuéls wurde nämlich im Namen R. Elie͑zers gelehrt : Er ging hinaus und richtete seinen Widder, den Widder des Volkes und die Opferteile des Sündopfers her, der Brandopfer-Farre aber, die sieben Lämmer und der außerhalb herzurichtende Bock wurden mit dem beständigen Abendopfer dargebracht. –
23Was ist es für eine Lehre R. A͑qibas in der Tosephta? – Es wird gelehrt : R. A͑qiba sagte: Der Brandopfer-Farre und die sieben Lämmer wurden mit dem täglichen Morgenopfer dargebracht, denn es heißt : außer dem Morgen-Brandopfer, das als beständiges Brandopfer dargebracht wird, worauf der Tagesdienst folgte,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.