Keritot — Blatt 20b
1Der erste Autor ist der Ansicht R. Joses, welcher sagt, das Feueranzünden ist des Verbotes wegen herausgegriffenworden,
2und R. Elie͑zer b. R. Çadoq ist der Ansicht R. Nathans, welcher sagt, das Feueranzünden sei wegen der Teilungherausgegriffen worden.
3Raba erklärte: Ihre Meinungsverschiedenheit besteht über den Fall, wenn eines zuerst erfolgensollte.
4R. Aši erklärte: Wenn er sie zu löschen beabsichtigt hatte und sie sich von selbst entzündet haben. Der erste Autor ist der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, man sei wegen der unbeabsichtigten Tätigkeit frei, und R. Elie͑zer b. R. Çadoq ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, man sei wegen der unbeabsichtigten Tätigkeit schuldig.
5Die Rabbanan lehrten: Wer am Šabbath Kohlen schippt, um sich an ihnen zu wärmen, ist, wenn sie sich von selbst entzünden, wie Eines lehrt, schuldig, und wie ein Anderes lehrt, frei. Derjenige, welcher lehrt, er sei schuldig, ist der Ansicht, man sei wegen einer an sich nicht nötigen Arbeit schuldig, und derjenige, welcher lehrt, er sei frei, ist der Ansicht, man sei wegen einer an sich nicht nötigen Arbeit frei.
6WER DAS BLUT, DAS BEIM SCHLACHTEN VON VIEH, WILD UND GEFLÜGEL [ABFLIESST], OB UNREIN ODER REIN, DAS BLUT, DAS BEIM ABSTECHEN, DAS BLUT, DAS BEIM DURCHREISSEN, ODER DAS BLUT, DAS BEIM ADERLASSE, MIT DEM DIE SEELE AUSGEHT, [ABFLIESST], GEGESSEN HAT, IST SCHULDIG.
7WEGEN DES BLUTES DER MILZ, DES BLUTES DES HERZENS, DES BLUTES DER EIER, DES BLUTES DER HEUSCHRECKEN UND DES NACHFLIESSENDEN BLUTES IST MAN NICHT SCHULDIG; NACH R. JEHUDA IST MAN WEGEN DES NACHFLIESSENDEN BLUTES SCHULDIG.
8GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Ihr sollt keinerlei Blut essen; man könnte glauben, auch das Blut der Zweifüßler, das Blut der Eier, das Blut der Heuschrecken und das Blut der Fische seien einbegriffen, so heißt es: vom Geflügel und vom Vieh,
9wie Geflügel und Vieh sich dadurch auszeichnen, daß es bei ihnen eine leichte Unreinheit und eine schwere Unreinheit gibt, daß sie verboten und erlaubt sein können, und daß sie zur Galtung Fleisch gehören, ebenso alles andere, wobei es eine leichte Unreinheit gibt.
10Ich schließe somit das Blut der Zweifüßler aus, bei denen es nur eine schwere Unreinheit und keine leichte Unreinheit gibt,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.