Keritot — Blatt 9b
1und es eine einem Manne vergebene Sklavin ist, und dies ist teilend, wegen jeder Sklavin besonders.
2EIN NAZIRÄER, DER SICH WIEDERHOLT VERUNREINIGT HAT. Wer lehrte dies?
3R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, das Nazirat der Reinheit erfasse ihn schon am siebenten [Tage], und dies kann in dem Falle vorkommen, wenn er sich am siebenten verunreinigt hat und sich am siebenten abermals verunreinigt hat; da die zur Darbringung des Opfers geeignete Zeit noch nicht vorüber war, ist er nur ein Sündopfer schuldig.
4Denn [wie kann dies vorkommen] nach Rabbi, welcher sagt, das Nazirat der Reinheit erfasse ihn erst am achten: hat er sich am siebenten verunreinigt, und sich abermals am siebenten verunreinigt, so ist es ja eine lange Verunreinigung,
5und hat er sich am achten verunreinigt, und sich abermals am achten verunreinigt, so sollte er doch, da die zur Darbringung des Opfers geeignete Zeit vorüber war, wegen jeder [Verunreinigung] besonders schuldig sein. Es ist also zu entnehmen, daß es R. Jose b. R. Jehuda ist. –
6Was ist das für eine Lehre des R. Jose b. R. Jehuda? – Es wird gelehrt:Und er heilige an diesem Tage sein Haupt, am Tage der Darbringung seiner Opfer – so Rabbi;
7R. Jose b. R. Jehuda sagt, am Tage seiner Haarschur.
8WERSEINE FRAU WEGEN MEHRERER MÄNNER VERWARNTHAT, UND EIN AUSSÄTZIGER, DER WIEDERHOLT VOM AUSSATZE BEFALLENWORDEN IST.
9WENN ER DIE VÖGEL GEBRACHT HAT UND WIEDERUM AUSSÄTZIG GEWORDEN IST, SO WERDEN SIE IHM NICHT ANGERECHNET, BIS ER SEIN SÜNDOPFER GEBRACHT HAT; R. JEHUDA SAGT, BIS ER SEIN SCHULDOPFER GEBRACHT HAT.
10GEMARA. Woher dies? – Es heißt:dies ist das Gesetz über die Eifersucht; ein Gesetz für viele Eifersuchtsanklagen.
11EIN AUSSÄTZIGER, DER WIEDERHOLT VOM AUSSATZE BEFALLEN WORDEN &C. Woher dies? – Es heißt:dies ist das Gesetz über den Aussätzigen; ein Gesetz für viele Aussatzfälle.
12WENN ER DIE VÖGEL GEBRACHT HAT UND WIEDERUM AUSSÄTZIG GEWORDEN IST, SO WERDEN SIE IHM NICHT ANGERECHNET, BIS ER SEIN SÜNDOPFER GEBRACHT HAT; R. JEHUDA SAGT, BIS ER SEIN SCHULDOPFER GEBRACHT HAT.
13Du sagtest ja aber, er bringe nur ein Opfer!? – [Die Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn er die Vögel gebracht hat und wiederum aussätzig geworden ist, so bringe er nur ein Opfer; aber die Festsetzung, ob [das Opfer] eines Armen oder eines Reichen, erfolgt erst dann, wenn er sein Sündopfer gebracht hat. R. Jehuda sagt, wenn er sein Schuldopfer gebracht hat.
14Dort haben wir gelernt: Wenn ein Aussätziger sein Schuldopfer gebracht hat und reich geworden ist, so richte man sich stets nach seinem Sündopfer – so R. Šimo͑n; R. Jehuda sagt, man richte sich stets nach seinem Schuldopfer. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, man richte sich stets nach den Vögeln.
15R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Alle drei folgern sie es aus ein und demselben Schriftverse:dessen Vermögen nicht reicht, bei seiner Reinigung. R. Šimo͑n erklärt, das, was ihm Sühne schafft; R. Jehuda erklärt, das, was ihn geeignetmacht; und R. Elie͑zer b. Ja͑qob erklärt, das, was ihm die Reinheit bringt, nämlich die Vögel.
16WENNEINE FRAU MEHRMALS GEBOREN HAT, WENN SIE NÄMLICH INNERHALB DER ACHTZIG TAGENACH EINER WEIBLICHEN GEBURT EINE WEIBLICHE FEHLGEBURT ABORTIERT HAT, UND INNERHALB DER [FOLGENDEN] ACHTZIG TAGE WIEDERUM EINE WEIBLICHE FEHLGEBURT ABORTIERT HAT,
17ODER WENN SIE MEHRLINGE [NACH EINANDER] ABORTIERTHAT.
18R. JEHUDA SAGT, SIE BRINGE [EIN OPFER] WEGEN DER ERSTEN [GEBURT], UND SIE BRINGE ES NICHT WEGEN DER ZWEITEN; SIE BRINGE EINES WEGEN DER DRITTEN, UND SIE BRINGE ES NICHT WEGEN DER VIERTEN.
19GEMARA. Woher dies? – Ein Jünger rizitierte vor R. Šešeth:Dies ist das Gesetz über die Wöchnerin, ob eines Knaben oder eines Mädchens; dies lehrt, daß sie ein Opfer wegen mehrerer Geburten bringe. Man könnte glauben, auch wegen der Geburt und des Flusses, so heißt es dies.
20Er lehrt also, man könnte glauben, sie bringe wegen der Geburt und des Flusses nur ein Opfer. Demnachsollte sie, auch wenn sie Blut gegessen und geboren hat, ebenfalls nur ein Opfer bringen!? –
21Sage vielmehr wie folgt: man könnte glauben, auch wegen der Geburt vor dem Vollwerdenund der Geburt nach dem Vollwerden, so heißt es dies.
22WENN SIE NÄMLICH INNERHALB DER ACHTZIG TAGE &C. ABORTIERT HAT. Wenn du darüber nachdenkst, [so ergibt es sich,] daß nach R. Jehuda die erste Geburt [das Opfer] veranlaßt und von der ersten Geburt gezählt wird, und nach den Weisen die zweite Geburt es veranlaßt und von der zweiten Geburt gezählt wird. –
23‘Wenn du darüber nachdenkst,’ selbstverständlich ist es so!? – Nötig ist dies wegen des Abortierens von Mehrlingen. Man könnte glauben, R. Jehuda pflichte beim Abortieren von Mehrlingen den Rabbanan bei, so lehrt er uns.
24Sie fragten:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.