Ketubbot — Blatt 106a
1das eine ist Gebot und das andereist Gebot, und das mit der Ehrung der Toraverbundene Gebot ist zu bevorzugen. Da setzte er den Prozeß der Waisen ab und nahm seinen Prozeß vor. Als nun sein Prozeßgegner sah, welche Ehrung er ihm erwies, verstummten seine Einwendungen.
2Bis dahin pflegte Elijahu bei R. A͑nan zu erscheinen und ihn die Sektion des Elijahu zu lehren, nach diesem Ereignisse aber blieb er aus. Da verweilte er in Fasten und Beten, bis er wieder zu erscheinen begann, doch pflegte er, wenn er bei ihm erschien, zu erschrecken.
3Hierauf errichtete er eine Lade, in der er vor ihm saß, bis er ihm die Sektion beibrachte. Deshalb spricht man von der großen Sektion des Elijahu und der kleinen Sektion des Elijahu.
4Im Zeitalter R. Josephs erfolgte eine Heimsuchung, und die Rabbanan sprachen zu R. Joseph : Möge der Meister um Erbarmen flehen. Dieser erwiderte: Wenn sogar Eliša͑, bei dem, wenn die Jünger sich von ihm verabschiedeten, noch zweitausendzweihundert Jüngerzurückblieben, zur Zeit der Heimsuchung nicht um Erbarmen flehte, wie sollte ich um Erbarmen flehen!? –
5Woher, daß soviele zurückblieben? – Es heißt:da sprach sein Diener: Was soll ich davon hundert Leuten vorsetzen. Was heißt ‘hundert Leuten’: wollte man sagen, alles für hundert Leute, so wäre dies ja in Jahren der Dürre für hundert Leute sehr viel; doch wohl jedes für hundert Leute.
6Wenn die Jünger aus dem Lehrhause Rabhs fortgingen, blieben tausendzweihundert Jünger zurück. Wenn aus dem Lehrhause R. Honas, blieben achthundert Jünger zurück. R. Hona hielt seinen Vortrag mit dreizehn Dolmetschern. Wenn die Jünger von der Vorlesung R. Honas aufstanden und ihre Kleider abschüttelten, wirbelte sich ein Staub auf, der das Tages[licht] verdunkelte, und im Westensagten sie dann: Bei R. Hona dem Babylonier verlassen sie die Vorlesung.
7Wenn die Jünger aus dem Lehrhause Rabbas und R. Josephs fortgingen, blieben vierhundert Jünger zurück, und sie nannten sich Waisen. Wenn die Jünger aus dem Lehrhause Abajjes fortgingen, manche sagen, aus dem Lehrhause R. Papas, und manche sagen, aus dem Lehrhause R. Ašis, blieben zweihundert Jünger zurück, und sie nannten sich Waisen der Waisen.
8R. Jiçḥaq b. Redipha sagte im Namen R. Amis: Die Gebrechenuntersucherin Jerušalem erhielten ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls : Die Gelehrten, die die Priester die Vorschriften über das Schlachten lehrten, erhielten ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer.
9R. Gidel sagte im Namen Rabhs : Die Gelehrten, die die Priester die Vorschriften über das Abhäufenlehrten, erhielten ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans : Die Bücherkorrektorenin Jerušalem erhielten ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer.
10R. Naḥman sagte im Namen Rabhs: Die Frauen, die die Tempelvorhänge webten, erhielten ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer. Ich aber sage, von (den Heiligtümern) des Tempelreparaturfonds’, weil die Vorhänge anstelle des Bauwerkes verwandt wurden.
11Man wandte ein: Die Frauen, die die Tempelvorhänge webten, die über [die Zubereitung des] Schaubrotesgesetzte Familie Garmound die über [die Zubereitung des] Räucherwerkesgesetzte Familie Euthinoserhielten alle ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer!? –
12Dies gilt von den Tür[vorhängen]. So sagte R. Zera im Namen Rabhs : Dreizehn Vorhänge waren im zweiten Tempel, sieben vor den Sieben Toren, einer vor der Tür des Tempelschiffes, einer vor der Tür der Vorhalle, zwei vor dem Allerheiligsten und zwei diesen entsprechend auf dem Söller.
13Die Rabbanan lehrten: Die Frauen, die ihre Kinder für die rote Kuherzogen, erhielten ihr Gehalt von der Hebe der Tempelschatzkammer. Abba Šaul sagt, vornehme Frauen in Jerušalem verpflegten und unterhielten sie.
14R. Hona fragte Rabh:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.