Ketubbot — Blatt 25b

1gingen ja nicht allemit. —

2Komm und höre: Als Präsumtion der [Zugehörigkeit zur] Priesterschaft gelten die Händeerhebung, die Beteiligung an den Tennen und die Zeugenaussage. Ist denn die Zeugenaussageeine Präsumtion!? Wahrscheinlich ist dies wie folgt zu verstehen: die Händeerhebung gleicht der Zeugenaussage; wie die Zeugenaussage für die Legitimität [ausreicht], ebenso die Händeerhebung für die Legitimität. — Nein, die Zeugenaussage auf Grund einer Präsumtiongilt als Präsumtion.

3So kam einst jemand vor R. Ami und sagte, er sei überzeugt, daß N. Priester ist. — Woraus schließt dudies? — Er lasim Bethause als erster. — Als Priester oder als angesehenerMann? — Nach ihm las ein Levite. Auf Grund dieser Aussage erhob ihn R. Ami in den Priesterstand.

4Einst kam jemand vor R. Jehošua͑ b. Levi und sagte, er sei überzeugt, daß N. Levite ist. Dieser fragte ihn: Woraus schließt du dies? — Er las im Bethause als zweiter. — Als Levite oder als angesehener Mann? — Vor ihm las ein Priester. Auf Grund dieser Aussage erhob ihn R. Jehošua͑ b. Levi in den Levitenstand.

5Einst kam jemand vor Reš Laqiš und sagte, er sei überzeugt, daß N. Priester ist. Dieser fragte ihn: Woraus schließt du dies? — Er las im Bethause als erster. Hierauf fragte er ihn: Hast duihn an der Tenne beteiligt gesehen? Da sprach R. Elea͑zar zu ihm: Hört denn, wenn da keine Tenne ist, die Priesterschaft auf!?

6Ein anderes Mal saßen sie vor R. Joḥanan, und als ein solcher Fall vor sie kam, fragte Reš Laqiš ebenfalls: Hast du ihn an der Tenne beteiligt gesehen? Da erwiderte R. Joḥanan: Hört denn, wenn da keine Tenne ist, die Priesterschaft auf!? Hierauf sah er R. Elea͑zarschief an und sprach zu ihm: Du hast etwas vom Schmiedesohnegehört und es nicht in seinem Namen gesagt.

7Von Rabbi und R. Ḥija erhob einer einen Sohn auf Grund der Aussage seines Vaters in den Priesterstand und einer einen Bruder auf Grund der Aussage seines Bruders in den Levitenstand.

8Es ist zu beweisen, daß Rabbi es ist, der einen Sohn auf Grund der Aussage seines Vaters in den Priesterstand erhob. Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand kommt und sagt, dieser ist mein Sohn und Priester, so ist er glaubhaft, daß man ihn Hebe essen lasse, nicht aber eine Frau heiraten — so Rabbi. R. Ḥija sprach zu ihm: Glaubst du ihm, diesen Hebe essen zu lassen, so glaube ihm auch, diesen eine Frau heiraten zu lassen, und glaubst du ihm nicht, diesen eine Frau heiraten zu lassen, so glaube ihm auch nicht, diesen Hebe essen zu lassen.

9Dieser erwiderte: Ich glaube ihm, diesen Hebe essen zu lassen, weil es in seiner Hand liegt, diesen Hebe essenzu lassen, und ich glaube ihm nicht, diesen eine Frau heiraten zu lassen, weil es nicht in seiner Hand liegt, ihn eine Frau heiraten zu lassen. Dies ist somit zu beweisen. Und wenn es Rabbi ist, der einen Sohn auf Grund der Aussage seines Vaters in den Priesterstand erhob, so ist es R. Ḥija, der einen Bruder auf Grund der Aussage seines Bruders in den Levitenstand erhob. —

10Nach R. Ḥija ist wohl ein Sohn nicht zulässig, weil er seines Vaters Verwandter ist, und auch ein Bruder ist ja seines Bruders Verwandter!? —

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.