Ketubbot — Blatt 47b
1denn er verschrieb es ihr nur in der Voraussetzung, daß er sie heiratet. Derjenige, welcher sagt, er habe sie nicht erworben, ist der Ansicht des R. Elea͑zarb. A͑zarja, und derjenige, welcher sagt, er habe sie erwarben, ist der Ansicht der Rabbanan. –
2Nein, alle sind der Ansicht des R. Elea͑zar b. A͑zarja; derjenige, welcher sagt, er habe sie nicht erworben, ist entschieden der Ansicht des R. Elea͑zar b. A͑zarja, und derjenige, welcher sagt, er habe sie erworben, [kann erwidern :] R. Elea͑zar; b. A͑zarja spricht nur von [Zuwendungen], die er ihr machte, denn er verschrieb sie ihr nur in der Voraussetzung, daß er sie heiratet,
3hinsichtlich solcher aber, die sie ihm machte, pflichtet auch R. Elea͑zar b. A͑zarja bei, denn es geschah wegen der Verbindung, und die Verbindung ist erfolgt.
4OBLIEGT IHM IHRE ERNÄHRUNG &C. Die Rabbanan lehrten: Sie haben ihre Ernährung angeordnet für ihre Händearbeit, und ihre Beerdigung für ihre Mitgift, daher hat der Ehemann Nießbrauchsrecht. –
5Wer spricht hier vom Nießbrauchsrechte!? – [Die Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Sie haben ihre Ernährung angeordnet für ihre Händearbeit, ihre Loskaufung für das Nießbrauchsrecht und ihre Beerdigung für ihre Mitgift, daher hat der Ehemann Nießbrauchsrecht. –
6Was heißt ‘daher’? –
7Man könnte glauben, er dürfe [den Ertrag] nicht verzehren, sondern müsse ihn verwahren, da er unterlassen könnte, sie loszukaufen, so lehrt er uns, daß diesvorteilhafter ist, weil er, wenn dieser nicht ausreicht, sie auf seine Kosten loskaufen muß. –
8Vielleicht umgekehrt!?
9Abajje erwiderte: Sie ordneten an das Beständige für das Beständige und das Seltene für das Seltene.
10Raba sagte: Folgender Autor ist der Ansicht, die Ernährung sei [eine Pflicht] der Tora: Es wird nämlich gelehrt:Fleisch, das ist die Ernährung, wie es heißt:die sich ernähren vom Fleische meines Volkes;Kleidung, dem Wortlaute gemäß ;o͑natha, das ist die Beiwohnung, von der die Schrift spricht, wie es heißt :daß du nicht peinigest [tea͑ne]meine Töchter.
11R. Elea͑zar erklärte : Fleisch, das ist die Beiwohnung, wie es heißt :niemand von euch darf sich seiner Fleischverwandten nähern, ihre Scham zu entblößen; Kleidung, dem Wortlaute gemäß; o͑natha, das ist die Ernährung, wie es heißt :er ließ dich leiden [vajaa͑nkha] und hungern.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.