Ketubbot — Blatt 55a
1ferner hinsichtlich der Melioration, des Eides, des Siebentjahres,
2der Verschreibung all seiner Güter an seine Kinder, der Einforderung vom Grundbesitze und vom Schlechtesten, des Aufenthaltes im Hause ihres Vaters, und der Morgengabe für die männlichen Kinder.
3Es wurde gelehrt: Die den männlichen Kindern zufallende Morgengabeist, wie sie in Pumbeditha sagen, von veräußerten Gütern nicht einzufordern, denn es heißt‘erben’,
4und wie sie in Matha Meḥasja sagen, von veräußerten Gütern einzufordern, denn es heißt ‘erhalten’. Die Halakha ist: sie ist von veräußerten Gütern nicht einzufordern, denn es heißt ‘erben’.
5Von beweglichen Gütern, wenn sie vorhanden sind, ohne Eid,
6wenn sie nicht vorhandensind, wie sie in Pumbeditha sagen, ohne Eid, und wie sie in Matha Meḥasja sagen, nur gegen Eid. Die Halakha ist: ohne Eid.
7Hat er für sie ein an den vier Grenzen bezeichnetes Grundstückbestimmt, ohne Eid, wenn aber an einerGrenzseite, wie sie in Pumbeditha sagen, ohne Eid, und wie sie in Matha Meḥasja sagen, nur gegen Eid. Die Halakha ist: ohne Eid.
8Wenn jemand zu den Zeugen gesagt hat: schreibt, unterzeichnet und gebtihm, so brauchen sie, wenn er es ihnen zugeeignet hat, sich mit ihm nichtzu beraten; wenn er es ihnen nicht zugeeignet hat, brauchen sie, wie sie in Pumbeditha sagen, sich ebenfalls mit ihm nicht zu beraten, und wie sie in Matha Meḥasja sagen, müssen sie sich mit ihm beraten. Die Halakha ist: sie müssen sich mit ihm beraten.
9R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA &C. Es wurde gelehrt: Rabh und R. Nathan [streiten]; einer sagt, die Halakha sei wie R. Elea͑zar b. A͑zarja, und einer sagt, die Halakha sei nicht wie R. Elea͑zar b. A͑zarja.
10Es ist zu beweisen, daß R. Nathan es ist, welcher sagt, die Halakha sei wie R. Elea͑zar b. A͑zarja, denn wir wissen von R. Nathan, daß er sich nach der Wahrscheinlichkeitrichte. R. Nathan sagte nämlich, die Halakha sei wie R. Šimo͑n Šezori bei den Lehren vom gefährlich [Kranken]
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.